08.05.2007

IV-GS Beyrer für partnerschaftliches und sachliches Miteinander der „Industriefamilie“

IV-Bewusstseinsinitiative „Industrieland Österreich“ rückt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mittelpunkt – Betriebsräte-Konferenz im Haus der Industrie – Stolz auf die Industrie als Innovations- und Wachstumsmotor heben

Für ein „partnerschaftliches und sachliches Miteinander aller Mitglieder der ‚Industriefamilie’“ im Sinne standortpolitischer Verantwortung sprach sich der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, bei der Tagung „Zukunft des Industrielandes Österreich. Europäische Trends und österreichische Entwicklungen“ im Wiener Haus der Industrie aus. Die Gesellschaft von heute teile sich nur mehr sehr bedingt in Arbeitgeber und -nehmer auf. Vielmehr müsse man die Menschen auch als Bürger und Kunden sehen. „Und als solche wollen die Menschen eindeutig ein freies und soziales wirtschaftliches System, in dem sie entscheiden und am gemeinsamen Erfolg teilhaben können.

Die Industriellenvereinigung rückt mit der im Jahr 2005 gestarteten bundesweiten Bewusstseinsinitiative „Industrieland Österreich“ die Bedeutung der Industrie für Beschäftigung und Wohlstand im Land in den Mittelpunkt und regt eine öffentliche Diskussion zur laufenden Veränderung des Industriebegriffes an. Der Schwerpunkt der Initiative liegt 2007 auf dem verstärkten Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der IV-Mitgliedsbetriebe sowie deren Vertretungen. „Daher haben wir ganz bewusst Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus ganz Österreich sowie ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, Erich Foglar als ÖGB-Wirtschaftssprecher und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und weitere Spitzenvertreter der Gewerkschaft zu einem Meinungs- und Gedankenaustausch eingeladen“, so Beyrer. An der Diskussion nahmen als Referent Prof. Wolfgang Franz, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung der Universität Mannheim, sowie als Diskutantinnen und Diskutanten Mag. Irmgard Gettinger, Betriebsrätin bei Böhringer Ingelheim in Wien, sowie WIFO-Chef Dr. Karl Aiginger und Berndorf-Generaldirektor sowie IV-NÖ-Präsident Mag. Norbert Zimmermann teil.

Gemeinsam stolz sein!

„Österreich ist heute ein hoch entwickeltes, fest in Europa verankertes Industrieland und einer der wohlhabendsten Staaten der Welt. Die Industrie – verantwortungsbewusste und zukunftsorientierte Unternehmensleiterinnen und -leiter gemeinsam mit hervorragend ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – zeichnet für die österreichische Erfolgsgeschichte und damit den Wohlstand in diesem Land in hohem Maß verantwortlich“, so Beyrer. Die Industrie sei „der Innovations- und Wachstumsmotor unseres Landes, produziert direkt und indirekt rund 60 Prozent der Wertschöpfung und exportiert jährlich Waren im Wert von rund 10.000 Euro pro Einwohner. Direkt und indirekt sichert sie mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze in Österreich“, betonte der IV-Generalsekretär. Überdies stammten mehr als 62 Prozent der Ausgaben für Forschung & Entwicklung aus dem Unternehmenssektor, davon über 70 Prozent aus der Industrie. Es sei daher „folgerichtig und erfreulich, dass im SPÖ-ÖVP-Regierungsprogramm ein klares Bekenntnis zur zentralen Rolle der Industrie, ihrer Leitbetriebe (LCU) und Headquarter fest geschrieben ist“.

Verantwortungsvolle, nachhaltige Standortpolitik

Angesichts der Fakten werde ganz deutlich, „wie wichtig verantwortungsvolle und nachhaltige Standortpolitik für das Industrieland Österreich war, ist und weiterhin sein wird“, sagte Beyrer. „Ohne entsprechende Rahmenbedingungen und eine kontinuierliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit kann der Erfolgsweg des Industrielandes Österreich nicht fortgesetzt werden, kann kein Wachstum geschaffen werden und gehen Arbeitsplätze verloren.“ Bei der Unternehmensführung in Zeiten der Globalisierung gehe es dabei um das Sowohl als Auch: „Es geht um Leistung und Solidarität, es geht um Wachstum und Werte! Diesen Herausforderungen entsprechen heimische Unternehmen – etwa auch durch die Initiative CSR Austria der österreichischen Industrie (und Wirtschaft) – geradezu idealtypisch. Die österreichische Industrie handelt – nicht nur durch die überdurchschnittliche Entlohnung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - seit Jahrzehnten leistungsbewusst, fair und solidarisch“, so der IV-Generalsekretär.

Herausforderungen der Zukunft gemeinsam angehen

International sei unser Land durch den gemeinsamen Einsatz der gesamten „Industriefamilie“ aus ausgezeichneten Unternehmern mit ihren hervorragend ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einem Vorzeigeland geworden und habe Deutschland – und je nach Berechnung auch die Schweiz – beim Wohlstand überholt. „Gemeinsam müssen wir daher auf Basis des bisher Erreichten auch die Herausforderungen der Zukunft angehen. Unser Humankapital ist dabei der größte Wert, über den wir im internationalen Wettbewerb, verfügen“, betonte der IV-Generalsekretär. Die Industrie lege daher großen Wert auf (aus-)bildungspolitisch relevante Fragen wie Lebenslanges Lernen und bringe sich mit eigenen Vorschlägen – wie mit dem Bildungsprogramm „Schule 2020“ – aktiv ein. „Gleichzeitig ist aus unserer Sicht eine gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesellschaftlich notwendig, ökonomisch sinnvoll und auch arbeitsmarktpolitisch immer wichtiger. Weiters muss uns bewusst sein, dass sich Österreich in Bildung, Forschung & Entwicklung sowie Innovation an der Spitze etablieren muss, um die gegenwärtigen Standards und unseren Wohlstand langfristig zu halten“, so Beyrer. Als „absolute Erfolgsstory für den Standort“ habe sich Österreichs EU-Mitgliedschaft erwiesen. Österreich hat den Weg der Internationalisierung erfolgreich beschritten. „Davon profitiert unsere Wirtschaft und damit wir alle.“ Pro Erwerbsperson und Jahr bringe die EU-Erweiterung, wie eine Detailberechnung auf Basis einer Studie von Prof. Breuss zeige, im Schnitt 655 Euro.

Arbeiten wir weiter an der Sozialpartnerschaft neu

Zur Sozialpartnerschaft sagte Beyrer, deren Verdienste für die Aufbaujahrzehnte und damit den heutigen Wohlstand Österreichs „sind unbestritten. Ein starker Standort braucht auch verantwortungsbewusste, starke und kluge Gewerkschaften.“ Denn zukunftsweisende Konzepte könnten am besten umgesetzt werden, „wenn sie von einer breiten Basis getragen werden und alle Beteiligten den Mut für zeitgemäße Lösungsansätze haben“.

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vlnr.: Franz, Aiginger, Zimmermann, Pfisterer, Beyrer, Hundstorfer, Gettinger
vlnr.: Franz, Aiginger, Zimmermann, Pfisterer, Beyrer, Hundstorfer, Gettinger


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