21.09.2007

IV-Präsident Sorger überreicht Schriftsteller Wolfgang Hermann Anton Wildgans-Preis 2006

Sorger: „Wildgans-Preis einer der traditionsreichsten Literaturpreise des Landes – ein deutliches Zeichen für die österreichische Gegenwartsliteratur“

Der österreichische Schriftsteller Wolfgang Hermann erhielt am Donnerstag den von der Industriellenvereinigung (IV) gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten Anton Wildgans-Preis. „Die Lektüre von Hermanns Werken schärft nicht nur den Blick auf unsere Wirklichkeit, sie schärft auch den Blick auf die Fiktion der Romanwelt selbst“, so der Laudator Univ.-Prof. Dr. Johann Holzner. Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Dr. Veit Sorger, betonte, dass es der hochkarätigen Jury wieder einmal gelungen sei, den Kriterien des Preises – einen österreichischen Schriftsteller der jüngeren und mittleren Generation aufgrund seiner außergewöhnlichen schriftstellerischen Leistungen auszuzeichnen – gerecht zu werden. Die Begründung der Jury für die Auswahl von Hermann: „Was die Erzählungen und Gedichte von Wolfgang Hermann ganz besonders auszeichnet ist, dass er die Welt, die er beschreibt, nie besetzt, und dass er Figuren, die er charakterisiert, nie für irgendeine oder seine Sache zu vereinnahmen versucht.“

Wolfgang Hermann wurde 1961 in Bregenz geboren und studierte Philosophie an der Universität Wien. Nach dem Abschluss seines Doktorats verbrachte der Schriftsteller längere Zeit im Ausland und lebte jahrelang in Berlin, Frankreich und Japan. Diese Orte spielen wie in seinem Leben auch in seiner Arbeit eine große Rolle, jedoch nicht die Hauptrolle, wie sein Laudator bemerkt. Denn Hermann sei kein Reiseschriftsteller, er interessiere sich für Reisen mit ungewissem Ziel. In seiner Laudatio hob Dr. Holzner besonders die pragmatische Erzählung „Das Haus“ hervor, „eine Reihe von außergewöhnlich komprimierten Kurzgeschichten, welche schon durch ihre bloße Anordnung Einblicke in einen Raum der Kindheit, der düsterer kaum sein könnte“, gewährt.

Die Verleihung des Literaturpreises wurde von einer dreiköpfigen Jury vorgenommen, darunter die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, Dr. Marianne Gruber, der Laudator und Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck, Uvi-Prof. Dr. Johann Holzner und der Vorsitzende der Jury, der Autor und Essayist DDDr. Peter Marginter. Der Anton Wildgans-Preis wurde heuer zum 45. Mal von der Industriellenvereinigung (IV) vergeben und gilt als deutliches Zeichen für die österreichische Gegenwartsliteratur. Der Name „Anton Wildgans-Preis“ sollte von Beginn an „die Wertschätzung und Ehrerbietung vor diesem großen Dichter kundtun, der wie wenige andere das Österreichische in seinem besten Sinn verkörperte“, so Sorger.
Fotos
IV-Präsident Veit Sorger (li) und IV-GS Markus Beyrer (re) überreichen Wolfgang Hermann den Anton Wildganspreis 2006
IV-Präsident Veit Sorger (li) und IV-GS Markus Beyrer (re) überreichen Wolfgang Hermann den Anton Wildganspreis 2006


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