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14.04.2006

Zukunftsthema "Frauen - Männer - Familien"

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Wir diskutieren und suchen neue Lösungen, die den aktuellen Entwicklungen unserer Gesellschaft entsprechen.

Die demografische Entwicklung verändert den Arbeitsmarkt

2000 war nicht nur das Jahr der Jahrtausendwende, sondern auch das Jahr der demografischen Wende: Erstmals waren in Österreich mehr Menschen über 40 Jahre als unter 40 Jahre alt. Die demografische Entwicklung wird sich vor allem auf die Altersstruktur der Bevölkerung auswirken, denn Zahl und Anteil der unter 15-Jährigen werden sinken, während die Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren stark steigen wird.

Facts and Figures
- Zwischen 1960 und 2004 hat sich die Zahl der Geburten von rund 126.000 auf rund 79.000 verringert.
- Im Jahr 2010 wird jede dritte Erwerbsperson älter als 45 Jahre sein und die 45- bis 60-Jährigen bilden die größte Gruppe der Gesamtbevölkerung.
- Der Alterungsprozess trifft dabei alle Bundesländer, allerdings mit unterschiedlicher Intensität. Die Bevölkerungszahl in Wien und Niederösterreich wird stärker steigen, in der Steiermark und in Kärnten zurückgehen.

Junge Frauen sind die Gruppe mit der besten Ausbildung

Österreich befindet sich im Wandel zur Wissensgesellschaft: Bildung, Kreativität und Innovation stellen die Schlüsselfaktoren für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und persönliche Entwicklung dar. Vor allem Frauen spielen eine immer größere Rolle: Sie waren noch nie zuvor so gut gebildet wie heute, und in Hinblick auf den Abschluss höherer Schulen und Hochschulen haben sie die Männer bereits überflügelt.

Facts and Figures
- Der Anteil an höher qualifizierten Tätigkeiten für Frauen und Männer wird zwischen 1995 und 2010 von 35% auf 40% steigen, der Anteil an einfachen Tätigkeiten im selben Zeitraum von 20% auf 16% sinken.
- Von den 25- bis 29jährigen Frauen verfügen 34% mindestens über Maturaniveau, 12,5% haben ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder hochschulverwandten Einrichtung abgeschlossen. Die Vergleichswerte für gleichaltrige Männer sind 29% und 8,4%.

Der Wertewandel betrifft auch die Wirtschaft

Mit dem Bildungsniveau steigen auch die Ansprüche: Der Wunsch nach mehr Lebensqualität und Selbstentfaltung sowie neuen Arbeits- und Karriereformen, die eine Balance zwischen Beruf und Privatleben ermöglichen, wird immer stärker.

Facts and Figures

- Jugendlichen sind Arbeitsplatz und beruflicher Erfolg gleich wichtig wie Zeit für das Privatleben.
- 88% der Männer und Frauen betonen, dass ein gutes Familienleben Kraft für den Beruf gibt, doch 58% sehen die Wirtschaft als nicht familienfreundlich.
- Mehr als 90% der unter 29jährigen sagen, dass in einer Ehe oder Partnerschaft sich beide ohne Unterschied um Haushalt und Familie kümmern sollten.

Frauenerwerbstätigkeit als Schlüsselfaktor für Wirtschaftswachstum

Ein zentraler Faktor für weiteres Wirtschaftswachstum in Österreich ist die Frauenerwerbstätigkeit. Es ist vor allem die stetig steigende Qualifikation von Frauen, die einen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen darstellt, allerdings: In der Praxis ist die Erwerbstätigkeit von Frauen aufgrund von Betreuungspflichten häufig schwierig.

Die Gleichstellung von Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind demnach in zweifacher Hinsicht wichtig: Sie sind gesellschaftlich notwendig und ökonomisch sinnvoll.

Dafür bedarf es einer Verbesserung der Rahmenbedingungen, wobei ein gesamtes Maßnahmenbündel umgesetzt werden müsste, beginnend bei der Ausbildung über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zu Diversitätsmanagement in Unternehmen: durch eine Veränderung des Bewusstseins und eine Veränderung der Strukturen.

Bewusstsein für ...
... den persönlichen Gewinn von Frauen und Männer, wenn sie Beruf und Privatleben optimal verbinden und ein „ganzes“ Leben anstelle eines „geteilten“ oder „halbierten“ führen
... den ökonomischen Gewinn des Unternehmens, wenn es die Chancengleichheit unterstützt und fördert
... den volkswirtschaftlichen Gewinn einer Gesellschaft, wenn es das vorhandene Potential nützt

Strukturen für ...
... stärker selbst bestimmtes Arbeiten von Frauen und Männern
... Personalplanung, -recruiting und -entwicklung
... Familien

Es geht um ein neues starkes Miteinander.

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