Projekte
08.06.2004

Eine Frau schreibt Geschichte. Auch Zukunft?

Buchpräsentation Ingeborg Schödl "Im Fadenkreuz der Macht - das außergewöhnliche Leben der Margarethe Ottillinger" - Spannende Podiumsdiskussion über die Herausforderungen von Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Die Karriere einer beeindruckenden Frau

Im Mittelpunkt der Buchpräsentation am 7. Juni 2004 stand eine der bemerkenswertesten Frauengestalten der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Botschafter i.R. Dr. Ludwig Steiner erinnert sich vor allem an „die Haltung, das Auftreten, die Art der Argumentation von Frau Dr. Ottillinger“, die ihn sehr beeindruckte. Sie stieg in Bereiche von Wirtschaft, Politik und Kirche auf, die zu ihrer Zeit überwiegend Männern vorbehalten waren:
Mit 27 Jahren leitete Margarethe Ottillinger die wichtigste Sektion im Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung. Die unter ihrer Leitung erarbeiteten Pläne trugen entscheidend zum Wiederaufbau der österreichischen Wirtschaft nach 1945 bei. 1948 wurde sie von den Sowjets wegen Spionage verhaftet und trotz fehlender Beweise zu 25 Jahren Strafarbeitslager verurteilt. Nach Abschluss des Staatsvertrages kehrte sie schwer krank in die Heimat zurück. Trotzdem wagte sie den Neubeginn. Als einzige Frau wurde sie in den vierköpfigen Vorstand der ÖMV bestellt. Die Umstrukturierung des bis 1955 sowjetisch verwalteten Betriebes in ein österreichisches Unternehmen trägt zum Teil ihre Handschrift. Bis zu ihrem Tod 1992 engagierte sie sich mit viel Unternehmensgeist in Wirtschaft, Politik und Kirche.

„Margarethe Ottillinger hat sich von ihrer schrecklichen Erfahrung nicht entmutigen lassen. Sie kann den Frauen von heute Vorbild und Ansporn sein, ihren Weg in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu gehen und sich dabei nicht beirren zu lassen“, so Frauenministerin Maria Rauch-Kallat. Sie verweist auf das Phänomen des Mobbing, das es offensichtlich schon vor Jahrzehnten gegeben hat, und auf aktuelle Arbeiten des Ressorts in Hinblick auf einen Anti-Mobbing-Plan.

Der Trend ist positiv

Der Journalist Dr. Paul Schulmeister sieht in einigen Bereichen positive Veränderungen, vor allem im Medienbereich, in der Politik, im Sozialbereich, in der Bildung. „Die Wirtschaft wird schon in einigen Jahren händeringend nach Fachkräften suchen. Man muss kämpfen für die Beseitigung der Defizite, doch da bin ich sehr optimistisch.“ Im Bereich der Wirtschaft scheint es allerdings noch Nachholbedarf zu geben. Renate Lehner, Senior Partner bei Neumann & Partners, zitiert eine aktuelle EWMD-Studie: „Untersucht wurden 179 börsennotierten Unternehmen, zwischen 7-8 % der Geschäftsführungs- und Vorstandspositionen sind mit Frauen besetzt. In vier von fünf Unternehmen sitzen ausschließlich Männer im Management und im Aufsichtsrat.“ Die Buchautorin und Publizistin Prof. Ingeborg Schödl glaubt allerdings, dass Frau Ottillinger es heute ähnlich schwer hätte wie zu ihrer Zeit: „Es setzen immer noch dieselben Mechanismen bei Frauen ein.“ Denn auch Männer hätten eine Familie, nicht nur Frauen, doch danach werde nur selten gefragt.

IV für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Diversity Management

Die Industriellenvereinigung sieht Handlungsbedarf insbesondere in folgenden Bereichen:
- Aufbrechen überholter Rollenbilder bzgl. Frauen in der Wirtschaft
- Weitere Verstärkung des Diversity Managements auf Unternehmensebene
- Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer

Dr. Judith Brunner, verantwortlich für den Schwerpunkt Zukunft der Beschäftigung im Bereich Gesellschaftspolitik der IV, dazu: „Am Beginn des 21. Jahrhunderts werden wir verstärkt Lösungsansätze suchen müssen, die den Anforderungen unserer komplexen, flexiblen und schnelllebigen Gesellschaft entsprechen, also eher differenzierte, zielgruppenspezifische Lösungen. Hier gibt es noch viel Gestaltungsspielraum für alle Beteiligten.“
Fotos



Weitere Beiträge

Downloads


IV Bund


Schwarzenbergplatz 4
1031 Wien


T. +43 1 711 35-0
F. +43 1 711 35 29 10
E. iv.office@iv-net.at
Twitter

Veit Sorger, Präsident der #Industriellenvereinigung, im "Krone"-Interview zum Sparpaket: http://t.co/R5zTzt5R
Für alle Interessierten, die Bewerbungsfrist für den Staatspreis Unternehmensqualität 2012 endet am 10.Februar. http://t.co/GzBcy66K
Das IV-Konjunkturbarometer sowie die detaillierten Bundes-Ergebnisse im aktuellen GS-Blog Neumayer. http://t.co/HPiwYwfj
Partner

Jugendorganisationen
» Junge Industrie
» Gruppe 1031


Partnerorganisationen
» IV-Schwesterverbände/ IV-Sister­organisations in Europe
» Die Partnerorganisationen der IV


IV-Network
» IV-Network