10.11.2008

WER-Preis der Industriellenvereinigung zum siebten Mal vergeben

Förderung des wissenschaftlichen Dialogs von Ökonomie, Ethik und Religion – Grundsatzpapier „Wirtschaft und Werte“ veröffentlicht – Podiumsdiskussion „Werte der Zukunft – Zukunft der Werte“

Zum siebten Mal wurde vergangenen Freitag, dem 7. November 2008, der „Preis zur Förderung des Dialogs zwischen Wirtschaft, Ethik und Religion" (WER-Preis) von der Industriellenvereinigung (IV), in Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, vergeben. „Eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft, Ethik und Religion ist heute wichtiger denn je", betonte aus diesem Anlass Univ.-Prof. Dr. Christian Friesl, IV-Bereichsleiter Gesellschaftspolitik. Gerade die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen zeigten deutlich, dass auch die Ökonomie nicht ohne  Wertorientierungen auskomme. Insgesamt wurden heuer 7.500 Euro an drei Preisträger überreicht. In der Kategorie 1 (Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften) wurde Dr. Alois Halbmayr für seine Arbeit über „Die Wechselwirkung von Gott und Geld" ausgezeichnet. Ex aequo geehrt wurden in der Kategorie 2 (Diplomarbeiten) Angela Feiner („Corporate Social Responsability - Die Rolle von Nonprofit Organisationen") und Mag. Andreas Reithofer („Pilgertourismus an der Via Sacra: Eine Chance für die gesamte Region").

Die Verleihung des WER-Preises nahm die IV zum Anlass, das Grundsatzpapier „Wirtschaft und Werte" des „Arbeitskreises Wirtschaft und Religion" der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Papier soll Diskussionen darüber, welche Werte die Wirtschaft benötigt bzw. benötigen sollte, anregen. „Für den Erfolg des europäischen Modells der Sozialen Marktwirtschaft ist die richtige Balance aus Eigenverantwortung und Solidarität entscheidend", betonte Friesl die Bedeutung einer steten Werte-Diskussion für die Ökonomie. Es gelte, sich der steigenden Bedeutung und des zunehmenden Einflusses der Wirtschaft bewusst zu sein: „Einfluss muss Verantwortung zur Folge haben", so Friesl.

Das Grundsatzpapier war nach der WER-Preis-Verleihung Gegenstand einer höchst interessanten Podiumsdiskussion mit MMag. Dr. Regina Polak MAS (Institut für Praktische Theologie, Uni Wien), Univ.-Prof. Dr. Karl Aiginger (WIFO), Dr. Christoph Klein (Bereich Soziales, Arbeiterkammer Wien), Mag. Martin Ohneberg (Soravia-Gruppe, Junge Industrie) und Veit Schmid-Schmidsfelden (GF Fertinger GmbH). Die Moderation hatte Claus Reitan, der Chefredakteur der Furche, welche dankenswerterweise als Kooperationspartner gewonnen werden konnte, übernommen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass erfolgreiches, gesellschaftlich verantwortungsvolles Wirtschaften ohne Wertegrundlage nicht möglich sei.
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