Sorger: Flexiblere Arbeitszeiten, um Jobs zu retten
Im Interview mit dem Kurier fordert der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit. Unternehmen soll damit erleichtert werden, Mitarbeiter selbst in Krisenzeiten nicht zu kündigen.„Es soll möglich werden, dass Mitarbeiter in guten Jahren überdurchschnittlich viel und in Krisenzeiten weniger bis gar nicht arbeiten, jeweils für das gleiche Gehalt", so IV-Präsident Dr. Veit Sorger. Seine Forderung nach einer flexibleren Handhabung der Arbeitszeitgesetze untermauert Sorger mit einer Umfrage von Fessel/GfK im Auftrag der IV. Nach dieser wünschen sich 77 Prozent der befragten 452 Industrieunternehmen, die Arbeitszeit auf betrieblicher Ebene gestalten zu können. Für längere Durchrechnungszeiträume sprechen sich 62 Prozent der Unternehmen aus. Positiv hob der IV-Präsident die Regelungen im Metaller-KV zur Arbeitszeitflexibilisierung hervor, die im November erzielt wurden - dies sei ein Vorbild für weitere Branchen.
Ablehnend steht die IV staatlichen Förderungen für einzelne Branchen gegenüber. „Da kommt dann auch die Imkervereinigung und verlangt Unterstützung. Der Staat kann nicht treffsicher entscheiden, wem geholfen werden soll", so der IV-Präsident, der auf die wettbewerbsverzerrende Wirkung staatlicher Hilfen hinweist und grundsätzlich für Anreizmethoden plädiert, wie etwa eine Update-Prämie beim Autokauf. Um die Wirtschaft anzukurbeln hält Sorger den Bau neuer Wasserkraftwerke für sinnvoll. Der Bund müsse bei Infrastrukturen „das letzte Wort haben und notfalls gegen den Willen der Länder entscheiden." Als Ursachen für die Finanzkrise nennt Sorger einmal die mangelhafte Aufsicht der Staaten im Finanzbereich, sowie die Entwicklung in den USA, wo Bürger und Staat jahrelang über die Verhältnisse gelebt hätten. Dies treffe hierzulande nur auf die Regierung zu.
