EU-Gipfel: Industrie begrüßt Bereitschaft zu Maßnahmen für Mittel- und Osteuropa
IV-GS Beyrer: Frage gesamteuropäischer Verantwortung - Österreichs Weg richtig - Keine Alternative zu Engagement im MOE-Raum - Bekenntnis zu EU-Binnenmarkt gleichermaßen wichtigDie Industrie begrüßt die Bereitschaft der EU-Staats- und Regierungschefs zu Maßnahmen für Mittel- und Osteuropa (MOE). „Es ist richtig, dass der EU-Gipfel nunmehr diesen - von der österreichischen Industrie frühzeitig geforderten - gemeinsamen Schritt im europäischen Einklang gesetzt hat. Das zeugt auch von der Handlungsfähigkeit der Union", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Sonntag. Es wäre von der Staatengemeinschaft „verantwortungslos und kurzsichtig" gewesen, eines der MOE-Länder in der jetzigen Situation allein zu lassen. Diese Verantwortung gelte nicht nur für die EU-Staaten, sondern auch darüber hinaus. „Dass auch aus Sicht der Staats- und Regierungschefs für die Ukraine etwa der Internationale Währungsfonds Verantwortung übernehmen soll, ist ebenfalls positiv. Nun geht es um die richtige Abstimmung und rasche Umsetzung der Schritte in Zusammenarbeit mit den internationalen Finanzorganisationen", so Beyrer.
„Es handelt sich hier um eine Frage gesamteuropäischer Verantwortung - es geht nicht um einzelne, sondern um viele dort engagierte Staaten. Es ist daher im Interesse aller, die Probleme dort zu lösen", so der IV-Generalsekretär, der gleichzeitig das Bekenntnis zum EU-Binnenmarkt ausdrücklich begrüßte. Dieses sei „gleichermaßen wichtig, weil ein Zurückgehen hinter die Errungenschaft des gemeinsamen Marktes verheerende Auswirkungen auf unsere gesamte wirtschaftliche Entwicklung und damit den Wohlstand in Europa hätte." Derzeit sei die Entwicklung in den einzelnen MOE-Ländern „höchst unterschiedlich und nicht in einen Topf zu werfen. Der Nachholbedarf und damit das Wachstumspotenzial sind nach wie vor höher als im Westen." Die MOE-Staaten seien - vor allem auch bei den im Vergleich relativ geringen Staatsverschuldungen - fundamental in einer wesentlich besseren Position, als dies von manchen internationalen Medien derzeit dargestellt werde.
„Ohne Zweifel war es richtig, dass viele österreichische Unternehmen sich nach dem Wegfall des Eisernen Vorhanges sehr bald stark in Zentral- und Osteuropa engagiert haben. Es gibt - für Österreich wie für die Europäische Union - nach wie vor keine Alternative zum Engagement in diesem Raum", fügte Beyrer mit Nachdruck hinzu. „Dass sich der Wohlstand in Österreich in den letzten Jahren so gut entwickelt hat, verdanken wir nicht zuletzt den Investitionen in den MOE-Staaten und der guten Exportentwicklung. Dieses Geld ist mit einer hohen Multiplikatorwirkung wieder zurückgekommen. Alle haben davon profitiert."
