Chancen in Mittel- und Osteuropa intakt
Gemeinsam mit der Tageszeitung „Die Presse" und dem Europäischen Forum Alpbach hatte die Industriellenvereinigung (IV) zu einer Diskussion über die Frage „Zentral- und Osteuropa als Motor oder Hemmschuh der EU?" geladen. Die Debatte bot einen Vorgeschmack auf die heurigen Alpbacher Wirtschaftsgespräche (1. bis 3. September), die sich vorrangig mit Zukunftsfragen Europas auseinandersetzen werden. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass der MOE-Raum trotz aller krisenbedingter Schwierigkeiten weiterhin ein ökonomischer Motor für ganz Europa bleiben werde.
So verwies IV-Präsident Veit Sorger darauf, dass der ökonomische Aufholprozess der Region noch lange nicht beendet sei. Defizite und Auslandverschuldung seien niedriger als im Westen, der „Mythos der Überschuldung der Haushalte und Unternehmen" sei zudem unberechtigt, so Sorger. Die Länder der Region seien zudem „krisengewohnter und -resistenter" sekundierte der Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Erhard Busek. Kritik an der Rolle der EU kam seitens Generaldirektor Herbert Stepic, Vorsitzender des Vorstandes der Raiffeisen International, und Michael Landesmann, Wissenschaftlicher Leiter am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche: Die EU habe ihre Möglichkeiten der Region in der Krise zu helfen nicht ausreichend genützt. Seitens der Industrie gebe es jedenfalls ein starkes Commitment zum Engagement in der MOE-Region: „Keines der großen Unternehmen will sich zurückziehen, im Gegenteil", so Sorger.
