BIF-Newsletter
Ausgabe 2 / Juli 2009Editorial
Sind die Zukunftsthemen Bildung, Innovation und Forschung von der Agenda der österreichischen Politik verschwunden? Überlagert die Wirtschafts- und Finanzkrise das Denken und Handeln der Politik so sehr, dass strategische Anliegen für morgen und übermorgen vernachlässigt werden?
Dieser Eindruck stimmt nicht ganz. Wenn sogar gesunde innovative Unternehmen, insbesondere internationale Leitbetriebe, von der Finanzkrise besonders betroffen sind, geht es primär um das Durchtauchen, ja ums Überleben, und die Politik hat sich darauf zu konzentrieren und das Dringende zuerst zu erledigen.
Überraschend erfreulich ist andererseits, dass die Unternehmen - wie die IV-Lehrlingsumfrage zeigt - bei der Jugend zuletzt sparen wollen und versuchen alles zu tun, um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fast um jeden Preis zu halten; wissend, dass nur mit den qualifizierten, motivierten Teams der erfolgreiche Aufschwung nach der Krise möglich sein kann.
Der Eindruck, dass Bildung, Innovation & Forschung nicht die allerhöchste innenpolitische Priorität genießen, wird auch dadurch verstärkt, dass die Bundesminister Schmied und Hahn - lange Zeit als „höchst erfolgreiches Paar" gehandelt - innenpolitische Rückschläge einstecken mussten, wenn auch weniger sach- als politisch motiviert: BM Schmied ist mit dem Bemühen um zusätzliche Lehrerstunden für den Unterricht gescheitert, BM Hahn wurde in seinem Bemühen aus CERN auszusteigen, nach der Kritik aus Niederösterreich vom Bundeskanzler persönlich „zurück gepfiffen".
Kein Idealszenario und Zeichen starker Unterstützung der jeweiligen Parteispitzen für das Angehen wichtiger Reformen und die Motivation zum Handeln. Doch die wichtigen Teilerfolge wie Zentralmatura einerseits und gelungene UG-Novelle andererseits sollten Impulse für den Aufwind sein.
Umso wichtiger ist es, dass die IV auch bei den BIF-Themen nicht locker lässt, und Zwischenergebnisse und Erfolge vorweisen kann, die sich sehen lassen können. Diese waren nur Dank der Unterstützung sowohl im BIF-Ausschuss wie auch in den Arbeitskreisen durch die Vertreterinnen und Vertreter unserer Unternehmen möglich: Beispiele sind die Vergabe des 2.Teacher's Award, die positive Entwicklung in der Lehrlingsausbildung, die UG-Novelle, die sachliche WIFO-Evaluierung der Forschungsförderung als Grundlage für eine neue Innovationsstrategie, die Eröffnung von I.S.T.-Austria in Klosterneuburg-Gugging sowie die große Reform des AIT (Austrian Institute of Technology, bisher ARC Seibersdorf).
Wir, das BIF-Team, danken für die vielfache Unterstützung, die wir aus Mitgliederkreisen auch in diesen schwierigen Zeiten erhalten. Wir hoffen, mit diesem Kurzüberblick Ihr Interesse geweckt zu haben, und bitten um weiter Unterstützung und kritische Begleitung.
Im Namen des BIF-Teams*)
Ihr
Gerhard Riemer
Die wichtigsten Inhalte:
- Schulpolitik / Teacher's Award
- Fachkräftenachwuchs / Lehrlinge / Lehrlingsausbildung / Berufsinformation
- Hochschulpolitik / UG-Novelle / Hochschulplan / Uni-Budget
- Innovation / Forschung & Entwicklung
- AIT-Austrian Institute of Technology (ehemals ARC) / I.S.T.-Austria
- Leitbetriebe / Beste Köpfe / Mobilität für Forschende
- Europäische BIF-Themen
*) BIF-Team: Mag. Monika Gamper, Dr. Wolfgang Haidinger, Mag. Eva Haubner-Hufnagl, Friederike Hladky, Dr. Gerhard Riemer, DI Roland Sommer, Mag. Valerie Weixlbaumer
