Leitbetriebe / Beste Köpfe / Mobilität für Forschende
Internationale Leitbetriebe - neue Blitzstudie im Auftrag der IV
So wichtig internationale Leitbetriebe in „guten Zeiten" für den Wohlstand Österreichs sind, so sehr sind sie von den Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Die Politik würdigt die bedeutende Rolle dieser Unternehmen und hat bereits rasche und wichtige Maßnahmen zum Gegensteuern ergriffen (Stichwort: Unternehmensliquiditätsgesetz). Dennoch werden die Auswirkungen der gegenwärtigen Probleme auf internationale Leitbetriebe unterschätzt, wie erste Ergebnisse einer aktuellen Blitz-Untersuchung im Auftrag der IV zeigen:
- Leitbetriebe dürften von der Krise in einem noch stärkeren Ausmaß betroffen sein, als bisherige Schätzungen befürchten ließen
- Damit verbunden sind enorme negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die weit über die Unternehmensgrenzen der Leitbetrieb wirksam werden
- Leitbetriebe rechnen mit einem deutlichen Einbruch von längerer Dauer - mehr als 90% der befragten Unternehmen nennen 2-5 Jahren als Zeithorizont
Die Ergebnisse der Blitz-Studie werden nach Fertigstellung des Endberichtes in die laufende Kommunikation der IV angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Situation Eingang finden. Die IV wird sich damit auch weiterhin vehement für internationale Leitbetriebe als Kernsubstanz des Standortes Österreich einsetzen.
Strategie 2020 (Rat für Forschung und Technologieentwicklung)
Im Mai 2009 wurde vom Rat für Forschung und Technologie-Entwicklung (RFTE) der Entwurf für eine neue, nationale Innovationsstrategie („Strategie 2020 - Forschung, Technologie und Innovation in Österreich") vorgelegt. Erfreulicherweise haben viele Empfehlungen der IV in den thematisch breiten Entwurf des Rates Eingang gefunden. Die IV erwartet, dass die Ratsempfehlung nach der nun folgenden Phase der inhaltlichen Diskussion als Teil des umfassenden Prozesses zur Entwicklung einer nationalen Innovationsstrategie von der Bundesregierung aufgegriffen und berücksichtigt wird.
Die Besten Köpfe für Innovation in Zeiten der Krise
Trotz Krise gibt es derzeit offensichtlich beachtliche Lücken bei der Deckung des Fachkräftebedarfs, wie eine aktuelle Untersuchung der IV bestätigt:
- 42% der Unternehmen haben derzeit Probleme, genügend Fachkräfte im Bereich Technik & Produktion,
- 54% genügend Hochqualifizierte im Bereich F&E zu finden.
- 40% der Unternehmen erwarten, dass der Bedarf an Beschäftigten dieser beiden Gruppen auch innerhalb der nächsten 3 Jahre weiter ansteigen wird.
Geht es um die Neuaufnahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so werden in den nächsten drei Jahren von den Unternehmen Absolventinnen und Absolventen folgender Ausbildungswege bevorzugt aufgenommen:
- FH Technik: 52% der Unternehmen rechnen mit steigender Neuaufnahme von Graduierten
- UNI Technik: 50% der Unternehmen rechnen mit steigernder Neuaufnahme von Graduierten
- HTL: 45% der Unternehmen rechnen mit steigernder Neuaufnahme von Graduierten
Die IV sieht sich durch diese Zahlen in ihren Schwerpunktsetzungen bestätigt und tritt weiterhin vehement für die Umsetzung ihrer Qualifikationsprogramme im Bereich Naturwissenschaften und Technik (u.a „Menschen Schaffen Zukunft") ein.
Nationaler Aktionsplan für Forschende in Ausarbeitung
Von Seiten des Wissenschaftsministeriums wird bis Herbst 2009 der nationale Aktionsplan „Eine Europäische Partnerschaft für Forschende - bessere Karrieremöglichkeiten und mehr Mobilität für Forschende" im Auftrag der Europäischen Kommission (EK) erarbeitet. Als Mitglied des Kernteam zur Erstellung des Aktionsplanes hat die IV erreicht, dass neben der Auflistung einer Vielzahl von bereits laufenden oder beschlossenen Maßnahmen auch ein Begleitpapier zum eigentlichen Aktionsplan erstellt werden wird. Darin sollen einerseits Maßnahmenfelder adressiert werden, die außerhalb der „Aufgabenstellung" der EK stehen (z.B. Schule, Zuwanderungssystem), aber auch Vorschläge für „neue" und noch nicht in Umsetzung befindliche Maßnahmen zur Nachwuchssicherung Platz finden. Ziel der IV ist, den gesamten thematischen Kontext rund um die Nachwuchssicherung in Naturwissenschaften und Technik - analog dem IV-Programm „Menschen Schaffen Zukunft" - darzustellen.
Zweiter Monitoring-Bericht bestätigt positive Effekte durch Biopatent-Richtlinie in Österreich
Wie auch schon im ersten Bericht aus 2005 kommt das Monitoring-Komitee auch in seinem zweiten Bericht (Juni 2009) zum Schluss, dass durch die Umsetzung der Biopatent-RL in Österreich keine negativen Auswirkungen eingetreten sind. Im Gegenteil: Es konnte eine deutliche Stimulierung der Branche in den Feldern der Investitionstätigkeit, der Arbeitsplätze und der Patentierungsaktivität - insbesondere bei KMU - festgestellt werden. Die bereits im ersten Bericht festgestellten positiven Entwicklungen seit der Umsetzung der Richtlinie gelten somit auch weiterhin - trotz des derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes. Die Industriellenvereinigung hat sich über Jahre hinweg an vorderster Front für die Umsetzung der Richtlinie in Österreich eingesetzt, um mehr Rechtssicherheit auf dem Gebiet der Life Sciences zu erlangen. Sie IV sieht sich durch den vorliegenden Bericht voll in ihrer Linie und Argumentation bestätigt.
