Österreich als „grüne Batterie Europas“
Für 2020 werden große Ziele angestrebt – um diese jedoch auch erreichen zu können, müssen die richtigen Strategien gesetzt werden.In der von Thomas Karabaczek (APA)Diskussion „Europäische Energie- und Klimapolitik: Defensive Selbstbeschränkung oder Technologieoffensive?" standen die „20-20-20 Ziele" der europäischen Kommission im Brennpunkt. So forderte Oliver Geden, Umweltpolitikberater der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, eine Prioritätensetzung der EU. Nach dem Prinzip „first things first" solle vor allem die Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt gestellt werden. Dafür müsse der Binnenmarkt im Bereich der Energie dringend verbessert werden. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sah „keine Alternative zur Offensive". Österreich könne für die Versorgungssicherheit seinen Standortvorteil mit Baumgarten als Speicherbereich nutzen. Wichtig sei allerdings ein Netzausbau, um dann auch einen Transport ermöglichen zu können. Im Bezug auf die Infrastruktur forderte Stefan Schleicher, Professor an der Karl-Franzens-Universität Graz, eine komplette „Reset-Strategie". Seine Vision sei eine „Web 2.0-Struktur" in der nicht mehr zwischen Energieanbieter und -verbraucher unterschieden werden könne. Dies könne beispielsweise durch Sonnenkollektoren ermöglicht werden, welche „mehr Energie sammeln als sie selbst brauchen". Eine klare Offensivhaltung forderte auch der CEO der Verbund AG Wolfgang Anzengruber, der für die Erreichbarkeit der 20-20-20 Ziele Investitionen in die Energieforschung forderte. Er verwies auf die gute Ausgangssituation Österreichs durch die Ressource Wasserkraft und betonte: „Österreich kann die grüne Batterie Europas werden".
[ Mag. Martin Amor ]
