Industrie zu Pensionistenvertretern: Alle müssen Beitrag zur Meisterung der Krise leisten
IV-GS Beyrer: Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen wahrnehmen – Teure Klientelwünsche in aktueller Situation „kurzsichtig“ – Preisindex für Pensionistenhaushalte ist Einstieg in die Entsolidarisierung der GesellschaftAls „unsolidarisches Klienteldenken auf Kosten zukünftiger Generationen" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, die Forderungen der Pensionistenvertreter Karl Blecha und Andreas Khol. „Österreich befindet sich mitten in der größten Wirtschaftskrise seit 1929. Wir sind noch lange nicht über den Berg." In dieser Situation müssten alle ihren Beitrag leisten, um rasch den Wiederaufschwung zu schaffen und die drohende Explosion des Budgetdefizits möglichst in Grenzen zu halten. Die Pensionsreformbemühungen der Vergangenheit seien „vor allem durch den größten Sündenfall ‚Hacklerregelung' unterminiert worden", so der IV-Generalsekretär. Diese koste allein für die Jahre 2010 bis 2013 bis zu 1,5 Mrd. Euro.
Strikt abzulehnen sei vor diesem Hintergrund die Forderung nach überdurchschnittlichen Pensionsanpassungen nach einem eigenen Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH). „Nach denselben Methoden der Pensionisten könnten sich viele Gruppen in Österreich einen eigenen Index erstellen lassen. Der einheitliche Inflationsindex ist historischer und traditioneller Pfeiler der Sozialpartnerschaft. Der Preisindex für Pensionistenhaushalte ist der Einstieg in die Entsolidarisierung der Gesellschaft", so der IV-Generalsekretär.
„In der aktuellen Situation teure Klientelwünsche zu fordern ist kurzsichtig. Es wäre wünschenswert, dass auch die Pensionistenvertreter ihre Verantwortung wahrnehmen", so Beyrer. So beruhten die Aussagen, die Pensionen seien hierzulande bis 2050 gesichert auf Annahmen und Projektionen der EU-Kommission sowie der OECD aus den Jahren 2005 und 2006. Seit damals habe sich die Situation dramatisch geändert. „Die EU-Studie von 2006 ging für 2010 von einem BIP-Wachstum in Österreich von 2,6 Prozent aus", betonte der IV-Generalsekretär. Zudem wurde damals angenommen, dass der Reformkurs fortgesetzt würde, was aber nicht der Fall war. „Die Forderungen Khols und Blechas drohen zu einer weiteren Steigerung des Budgetdefizits zu führen, und gefährden damit die Zukunft und Finanzierbarkeit des Pensionssystems für künftige Generationen", so Beyrer.
