12.03.2010

Industrie: Bologna-Prozess ohne Alternative

IV Riemer: Studienreform weit vorangeschritten, Nachjustierungen aber notwendig – Ziele der Bologna-Reform Vorteil auch für Studierende

"Die Industriellenvereinigung (IV) bekennt sich ebenso wie der europäische Arbeitgeber-Dachverband BUSINESSEUROPE zum Bologna-Prozess und seinen Zielen", betonte Dr. Gerhard Riemer, IV-Bereichsleiter Bildung, Innovation & Forschung heute, Freitag. „In einem zusammenwachsenden Europa gibt es keine Alternative zum Bemühen um besserer Mobilität der Studierenden, um bessere Vergleichbarkeit der Inhalte und Anerkennung der Abschlüsse." Der Umsetzungsprozess gehe gut voran, auch wenn die Kritik teilweise berechtigt sei, so Riemer: „Sicherlich werden hier und dort weitere Nachjustierungen unumgänglich sein." Erfreulicherweise sei die Studienreform zwar weit vorangeschritten, nun müsse aber noch die inhaltliche Neugestaltung der Studiengänge folgen. Eine solche Neugestaltung könne „nur im Miteinander von Universitäten, Wirtschaft und Studierenden erfolgen", so Riemer.

Das wichtigste Ziel des Bologna-Prozesses sei es, die Beschäftigungschancen der Absolventinnen und Absolventen zu sichern und zu stärken. Damit sei jedoch keine reine und unmittelbare Beschäftigbarkeit gemeint, sondern ein Paket an Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen. „Wenn es uns gelingt, Employability erfolgreich als Studienziel zu verankern, wird sich das in Erfolgen der Absolventinnen und Absolventen am Arbeitsmarkt zeigen", betonte Riemer. Dies sei im Interesse der Studierenden, der Hochschulen und der Wirtschaft. Richtig gemacht sei ein Gelingen der Bologna-Reform somit auch im ureigensten Interesse der Studentinnen und Studenten.

Um Employability zu gewährleisten, müssten Vertreter der Berufspraxis in die Qualitätssicherung eingebunden werden, forderte Riemer: „Dies ist eine zentrale Bedingung für eine umfassende Qualitätssicherung der Studiengänge im gesamten Europäischen Hochschulraum und für die Akzeptanz der Ergebnisse in der Wirtschaft." Das Ziel der IV und von BUSINESSEUROPE, eine vertrauensvolle und produktive Zusammenarbeit von Hochschulen und Wirtschaft zu erreichen stehe dabei „nicht im Widerspruch zur notwendigen und berechtigten Autonomie der Hochschulen, sondern ist ein Zeichen ihrer Offenheit und Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern."


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