„Bewusstseinssteigerung im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Mittel- und Osteuropa“
Die IV führte gemeinsam mit ihren mittel- und osteuropäischen Arbeitgeberverbänden aus Ungarn, Kroatien, der Slowakei, Slowenien und Rumänien ein von der Europäischen Kommission kofinanziertes Projekt durch.Die Industriellenvereinigung führte gemeinsam mit ihren mittel- und osteuropäischen Arbeitgeberverbänden aus Ungarn, Kroatien, der Slowakei, Slowenien und Rumänien ein von der Europäischen Kommission kofinanziertes Projekt zum Thema „Bewusstseinssteigerung im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Mittel- und Osteuropa" durch (Webpage: http://www.iosha.eu/).
Dieses EU - Projekt zielt darauf ab, Entscheidungsträger im Unternehmen hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu sensibilisieren und beschäftigt sich u.a. mit folgender Fragestellung: „Wie kann sowohl die Anzahl der Arbeitsunfälle als auch die Zahl berufsbedingter Erkrankungen reduziert werden; dies auch im Blickwinkel der negativen Wirtschaftsentwicklung in den mittel- und osteuropäischen Staaten?"
Nachdem Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen Einfluss auf ein positives Wirtschaftswachstum in Europa haben können, empfiehlt die Lissabon Strategie den EU-Mitgliedstaaten eindringlich dafür zu sorgen, arbeitsbedingte Unfälle und berufsbedingte Erkrankungen zu reduzieren bzw. zu vermeiden.
Vorrangiges Ziel des Projektes war mittels eines Fragebogens einen Überblick über das Bewusstsein für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu bekommen.
In Österreich wurde der Fragebogen an insgesamt 500 Personalmanager, die aus Mitgliedsbetrieben der Industrie oder aus industrienahen Betrieben kommen, geschickt. Mit einer Rücklaufquote von 17% erzielte die IV im Vergleich zu den Industrieverbänden der anderen Länder die höchste Rücklaufquote.
Vorweg kann festgehalten werden, dass bei österreichischen Unternehmen die Auseinandersetzung mit dem Thema "Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz" bereits gelebte Praxis ist. Das seit 1994 geltende ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verankert den wesentlichen nationalen Rechtsbestand zum Arbeitnehmerschutz, daneben gibt es viele weitere Einzelgesetze und Verordnungen sowie EU-rechtliche Vorgaben. Professionell entwickelte Sicherheits- und Gesundheitsmanagementsysteme sind bei vielen IV-Mitgliedsunternehmen durchaus weit verbreitet und der tägliche Umgang mit der wichtigsten Ressource des Unternehmens, nämlich der Ressource „Mitarbeiter", zeichnet sich durch einen hohen Grad an Verantwortungsbewusstsein und der Bereitschaft zur Gefahrenvermeidung/-evaluierung und Prävention aus. Viele Unternehmen haben das Thema „Arbeitsschutz" längst als ein vorrangiges Ziel in ihrem Unternehmen implementiert.
Obwohl sich die Wirtschaftskrise gemäß Umfrage in den meisten Unternehmen negativ auf den Umsatz ausgewirkt hat (69,4%), wurde das Budget für Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen nur bei einem relativ geringen Prozentsatz (11,9%) dieser Unternehmen gekürzt.
Beeindruckende 76,5% der Mitgliedsunternehmen geben an, Arbeitsschutzthemen häufig oder zumindest gelegentlich auf Managementebene zu besprechen.
Arbeitsplatzevaluierungen und Gefährdungsbeurteilungen sind in Österreich Standard. Diese Aufgabe kann vom Arbeitgeber an fachkundige Personen delegiert werden, wobei die Verantwortung beim Arbeitgeber bleibt.
Die Mehrheit der Unternehmen (72,9%) gibt an, im Anschuss an die Risikobewertung Maßnahmen zur Beseitigung der Mängel zu treffen.
In Bezug auf die prozentuelle Verteilung der Arbeitsunfälle nach Schweregrad geben die meisten Firmen an, dass es sich bei 85,3% um leichte Unfälle hat. Unfälle mit dauerhaften Folgeschäden passieren zu 0,5%. Tendenziell ist in den letzten Jahren die Zahl der Unfälle zurückgegangen, diese positive Tendenz ist auf Investitionen in innovative Maßnahmen zurückzuführen.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten liegen die Schwerpunkte der Unternehmen woanders. Nichtsdestotrotz haben unsere Mitgliedsunternehmen für Projekte im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ein eigenes Budget vorgesehen. Bei 58,8% der Unternehmen wurde ein eigenes Jahresbudget für Gesundheits- und Arbeitsschutzprojekte veranschlagt. Bei der Mehrheit der Unternehmen (80%) spielt der Gesundheits- und Arbeitsschutz bei der Planung von Innovationsprojekten eine große oder zumindest eine wichtige Rolle.
Dies ist ein Signal dafür, dass die IV - Mitgliedsunternehmen für die Sicherheit ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die entsprechenden Mittel bereitstellen und konkrete Projekte umsetzen. Außerdem nehmen 47,1% der Manager an Gesundenuntersuchungen teil und agieren damit als Vorbild für ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Die Umfrage hat einmal mehr bestätigt, dass sich unsere Mitgliedsunternehmen bereits sehr aktiv mit dem Thema "Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz" auseinandersetzen, bewusst und vorausschauend agieren und proaktiv zusätzliche Maßnahmen zur Risikominimierung ergreifen. Daher wären zusätzliche Regulierungen ein falsches Signal!
Im September 2009 hat die Industriellenvereinigung mit den österreichischen Sozialpartnern eine gemeinsame Resolution zur effizienten Zielerreichung der österreichischen Arbeitsschutzstrategie unterschrieben. Deren Ziele lauten:
- Reduktion von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten.
- Verbesserung der Gefahrenevaluierung und der Betreuung durch Fachleute der Prävention.
- Stärkung von Bewusstsein und Bildung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
Um die Wirtschaftskrise erfolgreich bewältigen zu können gilt als vorrangiges Ziel, alles daran zu setzen, die Produktivität in unserem Land zu steigern. Den Unternehmen ist es ein großes Anliegen, dieses Ziel mit gesunden, engagierten und motivierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erreichen.
- Die gemeinsame Position zu „Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz" der mittel- osteuropäischen Industrieverbände bzw. der Projektpartner können Sie unter folgendem Link downloaden:
> IOSHA: Common Position Paper - Eine umfassende Auswertung der Fragebögen finden Sie im „IOSHA Survey Report":
> IOSHA Survey Report - Das Ergebnis der Analyse der österreichischen Industrieunternehmen ist unter „Austria - Results of the IOSHA Survey" abrufbar:
> IOSHA: Country Report Austria
Videos:
- Unfallverhütung am Arbeitsplatz richtig gemacht - Materialtransport
- Unfallverhütung am Arbeitsplatz richtig gemacht - Bauwesen
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Ihre Ansprechpartnerin:
Mag. Marion Poglitsch
m.poglisch@iv-net.at
Fotos
Downloads
-
IOSHA: Country Report Austria
(PDF)
-
IOSHA Survey Report
(PDF)
-
IOSHA: Common Position Paper
(PDF)
