20.05.2010

Industrie: Jugendlichen in richtiger Schulform bestmögliche Bildung ermöglichen

IV-GS Beyrer: Brauchen bestes Bildungssystem – Ausbleibende Reformen verschlechtern Wettbewerbsfähigkeit – Wichtig ist, was in Schule drinnen ist – Schulverwaltung dringend reformieren – Gerade bei Hochqualifizierten Nachholbedarf

Die Industrie unterstützt Bundesministerin Dr. Beatrix Karl in ihrem Bemühen, die bestmögliche Schule für 10-14jährige zu schaffen, unabhängig davon, ob, wann und wie eine leistungsorientierte Differenzierung bei gemeinsamem vergleichbaren Bildungsangebot in einer Mittelstufe erreichbar ist. "Einerseits sind mittel- und langfristige Visionen nur im Rahmen eines Stufenprogramms erreichbar, andererseits wird sowohl eine Weiterentwicklung der Hauptschule wie auch der Gymnasien erforderlich", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Donnerstag. „Wichtig ist nicht, was auf der Schule drauf steht - wichtig ist, was drinnen ist. Sinnvolle Debattenbeiträge in dem Sinn sind sehr willkommen", betonte Beyrer. Für die Industrie ist entscheidend, dass möglichst viele Potenziale unserer Kinder erkannt, gefördert und damit Chancen genutzt werden. Gleichzeitig geht es darum, den besten, begabtesten Jugendlichen in der richtigen Schulform die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Nicht zu haben sind wir jedenfalls für Experimente, die die Gefahr in sich bergen, das Bildungsniveau nach unten zu nivellieren. Österreich hat gerade im Bereich der Hochqualifizierten einen beträchtlichen Nachholbedarf", sagte der IV-Generalsekretär.

„Wir setzen hohe Erwartungen in den nunmehr begonnenen Diskussionsprozess, der bei beiden Regierungsparteien ein Überdenken von Positionen erfordert. Wir stehen für eine erforderliche Weiterentwicklung des österreichischen Schulsystems im Sinne der Leistungsdifferenzierung, der Forderung und Förderung junger Menschen. Darum muss es uns allen gehen", betonte Beyrer. Die Industrie habe sich dabei immer für die wesentlichen Hebel, die erfolgreiche Schulsysteme auszeichnen eingesetzt, nämlich mehr Schulautonomie und externe Leistungsüberprüfung. Klar ist: Österreich braucht als eines der wohlhabendsten Länder der Welt das beste Bildungssystem", betonte Beyrer. "Derzeit zählen die Kosten laut einer OECD-Studie aus dem Vorjahr bei uns mit rund 11.000 US-Dollar pro Schüler bzw. Student auch zu den höchsten der OECD. Gemessen an den hohen Investitionen mangelt es aber am Output - hier müssen wir ansetzen. Denn wenn die notwendigen Reformen nicht schnell angegangen werden, verschlechtern wir weiterhin Jahr für Jahr unsere Wettbewerbsfähigkeit."

„Daher ist es geboten, die Schulverwaltung zu reformieren, die Kosten dadurch drastisch zu senken und die freiwerdenden Mittel in die Bildung - das heißt in den Unterricht - zu investieren. Wir brauchen dringend eine Schulverwaltungsreform, jede weitere Verzögerung in diesem Bereich ist nicht verantwortbar. Ineffizienzen, Doppelgleisigkeiten und Zielkonflikte sind so rasch wie möglich abzuschaffen. Die Industrie fordert daher die Konzentration der Organisation und Zuständigkeit auf lediglich drei Entscheidungsebenen Bund - Region -Schule, die Schaffung eines einheitlichen Dienstrechts, die Abschaffung der Bezirksschulräte und die Einrichtung sogenannter "Schoolboards" auf regionaler Ebene", so der IV-Generalsekretär. Die Industriellenvereinigung habe mit "Schule 2020" bereits seit einiger Zeit ein entsprechendes Konzept vorgelegt.


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