21.05.2010

Industrie: Börsenumsatzsteuer wäre gravierender Nachteil für heimische Unternehmen

IV-GS Beyrer: Steuer mit gutem Grund abgeschafft – Gegen nationale Alleingänge –Wiedereinführung gefährdet Arbeitsplätze

Die Industrie spricht sich gegen eine Börsenumsatzsteuer auf Aktien- und/oder Anleihenerwerb aus. „Eine solche Steuer wirkt sich speziell bei einem kleinen Markt wie Österreich für Unternehmensfinanzierung und Kapitalmarkt negativ aus. Sie wäre gerade in dieser sensiblen Phase Sand im Motor der Unternehmensfinanzierung. Mit gutem Grund ist die Börsenumsatzsteuer bekanntlich erst vor wenigen Jahren abgeschafft worden", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Freitag. Für die große Mehrheit der österreichischen Unternehmen, die wegen eines geringeren internationalen Bekanntheitsgrades auf die Wiener Börse angewiesen sind, würde dies einen gravierenden Nachteil bei der Unternehmensfinanzierung, der Wettbewerbsfähigkeit und damit letztlich eine Gefährdung von Arbeitsplätzen bedeuten", erklärte der IV-Generalsekretär.

„Nationale Alleingänge würden bei einer (Wieder-)Einführung der Börsenumsatzsteuer in Österreich zu Ausweichreaktionen maßgeblicher Akteure auf andere Handelsplätze führen", sagte Beyrer. Dies hätte einerseits ein kapitalmarktpolitisches Risiko im Hinblick auf die künftige Entwicklung des heimischen Finanzplatzes zur Folge. Andererseits würde die verstärkte Nutzung multilateraler Handelssysteme dazu führen, dass der Handel über weniger transparente und regulierungsschwächere Vehikel zuungunsten des (Klein-)Anlegerschutzes gefördert würde. Während sich österreichische klein- und mittelständische Unternehmen kaum über ausländische Börsen finanzieren können, könnten die wenigen größeren Betriebe auf Auslandsmärkte ausweichen. „Dies würde einen massiven zusätzlichen Aufwand für die Unternehmen verursachen", so der IV-Generalsekretär.

„Fakt ist: Eine Börsenumsatzsteuer übt einen negativen Effekt auf die Effizienz der Kapitalmärkte aus, denn sie unterminiert die Anreize, Mittel zur Erlangung von Informationsvorsprüngen aufzuwenden, sodass knappes Kapital nicht mehr in seine produktivsten Verwendungen gelenkt wird. Sie erhöht die Eigenkapitalkosten der Unternehmen, beeinträchtigt dadurch deren Investitionsdynamik ebenso wie die Innovationsdiffusion und wäre somit massiv Standort schädigend", betonte Beyrer.


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