18.06.2010

Anton Wildgans-Preis 2009 an den Schriftsteller Alois Hotschnig

Übergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises durch IV-Generalsekretär Markus Beyrer am 21. September 2010 im Haus der Industrie.

Der österreichische Schriftsteller Alois Hotschnig erhält den von der österreichischen Industrie gestifteten Anton Wildgans-Preis 2009. Der mit 10.000 Euro dotierte Literaturpreis wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Die Begründung der Jury für die Auswahl von Alois Hotschnig: „Die literarischen Arbeiten Alois Hotschnigs führen in Räume und in Situationen, deren Erkundung leicht zu einem Abenteuer wird und in jedem Fall eine Herausforderung darstellt: Nämlich genauer als gewohnt hinzuschauen und hinzuhören auf das, was auch im wirklichen Leben wahrzunehmen wäre, aber gerne, weil nicht einfach zu erklären oder zu ertragen, an den Rand geschoben, übersehen, überhört, verdrängt wird."

Alois Hotschnig wurde 1959 in Berg/Drautal in Kärnten geboren, er studierte Medizin, Germanistik und Anglistik in Innsbruck, wo er heute als freier Autor lebt. 1989 erschien die Erzählung „Aus", für die er den Förderpreis des Landes Kärnten erhielt, 1990 folgte die Erzählung „Eine Art Glück". 1992 wurde Hotschnig beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Landes Kärnten ausgezeichnet, um im selben Jahr erschien sein Roman „Leonardos Hände", der mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet wurde. 1994 wurde das Theaterstück „Absolution" in Wien uraufgeführt. Hotschnig erhielt 1999 das Robert-Musil-Stipendium. 2002 wurde ihm der Italo-Svevo-Preis für sein Gesamtwerk verliehen, im Jahr darauf der Österreichische Förderpreis für Literatur. Er war 2004/2005 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg, erhielt 2007 den Tiroler Landespreis für Kunst und 2008 den Erich-Fried-Preis.

Die unabhängige Jury des Anton Wildgans-Preises setzt sich aus Marianne Gruber (Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur) und Univ.-Prof.Dr. Johann Holzner (Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck) und Barbara Neuwirth (Autorin) zusammen. Der Anton Wildgans-Preis wird seit 1962 jährlich an eine österreichische Schriftstellerin oder einen österreichischen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation „deren/dessen Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt", vergeben. Der Name „Anton Wildgans-Preis" soll - so die damalige Intention der Industriellenvereinigung - auch die Wertschätzung vor dem großen Dichter Anton Wildgans zeigen, der wie wenige andere das Österreichische in seinem besten Sinn verkörpern. Unter den Preisträgern finden sich eine Reihe von großen Autorinnen und Autoren der 2. Republik wie Thomas Bernhard, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl, Christoph Ransmayr und Barbara Neuwirth und viele mehr. 


Fotos
Alois Hotschnig, Wildganspreisträger 2009
Alois Hotschnig, Wildganspreisträger 2009


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