Industrie zu Hochschuldialog: Jetzt sind Taten gefordert
IV-GS Beyrer: Vorhandene Herausforderungen im Interesse des Standorts rasch lösen – Studienbeiträge und Zugangsregelungen unumgänglich – Gesamteuropäischen Kontext nicht aus Augen verlierenAls „wichtigen umfassenden Stakeholder-Dialog, um einmal alle Positionen auf den Tisch zu legen", bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer, den Hochschuldialog anlässlich der Präsentation des Endberichts heute, Mittwoch. „Klar wurde in diesem Dialog aber auch, dass Stakeholder zwar Anregungen und Vorschläge für hochschulpolitische Kernthemen geben können, die Lösungen jedoch von der Politik zu entscheiden und verantworten sind", so Beyrer. Die Politik drücke sich seit Jahren vor Entscheidungen, die die Diskrepanz zwischen begrenzten Ressourcen einerseits und großteils offenem Zugang andererseits lösen könne. Die Herausforderungen seien nicht neu, hätten aber sowohl in ihrer Dynamik als auch in den Auswirkungen die Probleme an den Hochschulen verschärft. „Die Zeit des Redens ist vorbei, jetzt müssen Taten folgen. Wenn nicht rasch Lösungen umgesetzt werden, sind die Konsequenzen für den Innovations- und Wissensstandort Österreich und dessen Attraktivität im europäischen und internationalen Wettbewerb nicht abzusehen", so der IV-Generalsekretär.
Gerade im Bereich der Hochschulpolitik gelte es, nie den gesamteuropäischen Kontext aus den Augen zu verlieren, wie Beyrer unterstrich: „Wenn wir uns im internationalen Wettbewerb in Lehre, Wissenschaft und Forschung erfolgreich bewähren wollen, können wir nicht das einzige Land in Europa sein, wo nahezu keine Studienbeiträge eingehoben werden und auch kaum Zugangsregelungen vorgesehen sind." Aufgrund der Verkürzung der Schulzeit in Deutschland warten doppelte Abiturientenjahrgänge darauf, im Herbst ein Studium aufzunehmen. „Was das für die bereits jetzt überlaufenen Studienrichtungen - vor allem, aber nicht nur im grenznahen Raum - bedeutet, kann sich jeder ausrechnen", warnte Beyrer.
Die Industrie trete grundsätzlich dafür ein, ein möglichst großes Potenzial an studierfähigen und studierwilligen Frauen und Männern für die Hochschulen zu gewinnen. Dafür brauche es klare, verlässliche Regeln, um den Zustrom für die Universitäten planbarer zu machen und für Studierende die Qualität des Studiums zu verbessern. „Es gilt dringend in der Hochschulfinanzierung neue Wege einzuschlagen, die neben einer Studienplatzfinanzierung für Universitäten unter anderem auch - möglicherweise kreditbasierte - Studienbeiträge umfassen müssen", so Beyrer.
