07.06.2011

Industrie: Österreich ist bereits Urlaubs-Europameister

IV-GS Neumayer: Urlaubsausmaß ausreichend und angemessen – Arbeitszeitverkürzung reduziert Produktivität und gefährdet Arbeitsplätze - Mehr Flexibilisierung bei der Arbeitszeit notwendig

Die Industrie lehnt die Forderung der Gewerkschaft nach zusätzlichem Urlaubsanspruch vehement ab. „Diese populistische Forderung zeugt von einer  völligen Unkenntnis der Herausforderungen der österreichischen Unternehmen in einem globalisierten Wirtschaftsraum", betont IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer.

Österreich liegt im europäischen Spitzenfeld, was den Anspruch auf Urlaubstage und gesetzliche Feiertage betrifft. „Österreich liegt mit 38 freien Tagen (inkl. Feiertage) bereits jetzt europaweit an der Spitze", so Neumayer. Zusätzlich werden in zahlreichen Kollektivverträgen Sonderurlaubstage oder Sabbaticals gewährt. Ab 25 Dienstjahren beträgt das Urlaubsausmaß bereits heute 36 Werktage.

Während die durchschnittliche Arbeitszeit in Österreich in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, sind die Arbeitskosten weiter angestiegen. „Die Kosten für die geleistete Arbeitsstunde liegen in Österreich weit über dem EU-Durchschnitt und sind in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. An eine Verkürzung der Arbeitszeit - und nichts anderes ist die Forderung nach einer Ausweitung der Urlaubsansprüche - ist unter den gegenwärtigen Bedingungen überhaupt nicht zu denken, da damit die Kosten weiter gesteigert werden, wodurch Wettbewerbsfähigkeit und in weiterer Folge Arbeitsplätze gefährdet werden. Jeder weitere zusätzliche Urlaub würde zu Produktivitätseinbußen, zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und letztlich auch zum Abbau von Arbeitsplätzen führen", so Neumayer.

Den Bedarf an zusätzlichem Urlaub mit geleisteten Überstunden zu begründen, ist schon gar nicht nachvollziehbar. Überstunden werden mit einem Zuschlag von 50% oder 100% vergütet bzw. durch Zeit ausgeglichen. Ein dritter zusätzlicher Ausgleich der geleisteten Überstunden durch Urlaubstage ist daher schlicht nicht notwendig, hält der IV-Generalsekretär fest.

„Um Krankenstände vermeiden und den Gesundheitszustand verbessern zu können, gibt es andere, wesentlich bessere Möglichkeiten als mehr Urlaub", sagt Neumayer:  „Freiwillige betriebliche Gesundheitsförderung und generell ein gesunder Lebenswandel".


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