"Zahlen schon genug!"
IV-Präsident Sorger im Interview mit der „Kronenzeitung“. Er fordert Mut und Leadership.„Jeder private Haushalt, der mehr ausgibt als er einnimmt, kann definitiv keine neuen Schulden mehr machen. Wir haben rund 230 Milliarden Schulden. 148 Millarden nehmen wir ein, 158 Milliarden geben wir aus", bringt es IV-Präsident Veit Sorger auf den Punkt. „Wir hätten uns das alles leicht ersparen können, wenn wir - wie die Skandinavier oder auch die Niederländer - früher die nötigen Maßnahmen gesetzt hätten. Wir kommen plötzlich drauf: Unser gesamter Wohlstand wurde nur über Schulden finanziert. Das Sparpaket ist ein Anfang. Aber wir haben immer gesagt: Es sollte größer und intensiver sein", so der Präsident weiter. So habe die Industrie wiederholt gefordert, das „Vorwahlpaket 2008 - Verlängerung der Hacklerregelung, Abschaffung der Studienbeiträge - rückangig" zu machen, wie Sorger betont: „Die damaligen „Zuckerl" kosten fast genau unseren heutigen Konsolidierungsbedarf."
Auf die Frage, wie gerecht Sparen sein kann, meint Sorger: „Gerechtigkeit heißt für mich, dass unsere Wirtschaft und unsere Industrie so stark sind, dass wir unser Lohnniveau - eines der höchsten in Europa - halten und damit unseren Wohlstand sichern können. Ich halte es nicht für gerecht, wenn man Menschen dazu einlädt, sich vorzeitig von der Arbeit zu verabschieden. Man muss einfach auch die demographische Entwicklung sehen: Wir sind insgesamt älter geworden, der Wohlstand ist gestiegen, die Sozialnetze und die Pflege sind teurer geworden."
Je höher der Steuersatz, desto intensiver oft die Beratung der Steuerberater und desto höher auch die Weigerung, Steuer zu zahlen. „Das geht völlig am Ziel vorbei. Jeder, der in Österreich Geld verdient, zahlt schon hohe Steuern, deutlich mehr als beispielsweise in den USA, der Schweiz oder auch in unseren östlichen Nachbarländern", so Sorger.
Hier finden Sie das komplette Interview.
