Europa braucht die Baltisch Adriatische Bahn
Koralmbahn und Semmering-Basistunnel der Bahn sind die wichtigsten Neubauprojekte der Baltisch Adriatischen Achse zwischen den Wachstumsregionen Osteuropas und den wieder aufstrebenden Adriahäfen.Verzögerungen gefährden eine der wichtigsten neuen Wohlstandsachsen in Europa.
„Die Baltisch Adriatische Achse der Bahn steht kurz vor der Aufnahme in die Prioritären Projekte im Rahmen der Transeuropäischen Netze der EU“, warnt Otmar Petschnig, Präsident der IV Kärnten, vor Signalen nach Brüssel, die Koralmbahn oder den Semmering-Basistunnel zu verzögern oder gar in Frage zu stellen. Würden die beiden Projekte nämlich im bevor stehenden TEN-Review (der Neubewertung der Verkehrskorridore in Europa) als prioritär eingestuft werden, dann gebe es auch hohe Förderungen dafür.
Den derzeitigen Zustand der Südbahn könne man über weite Passagen nur mit dem Etikett „Museumsbahn“ versehen, so Petschnig. Da handle es sich um Streckenplanungen aus der Donaumonarchie, die einem modernen Eisenbahnverkehr nicht mehr zumutbar seien. Massiv erhöhte Betriebskosten durch Zugteilungen und andere logistische Schwierigkeiten, dazu erhöhten Wartungsbedarf und Anfälligkeit für witterungsbedingte Schäden seien einfach nicht länger akzeptabel. Man müsse sich als kleines und exportabhängiges Binnenland so rasch wie möglich auf das mit großen Schritten näher kommende Ende des Zeitalters der mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeuge einstellen, so Petschnig. Es gebe kaum noch ernst zu nehmenden Wissenschafter, die nicht mit exorbitanten Preissteigerungen bei Benzin und Diesel in den nächsten 10 Jahren rechnen würden. Es sei daher bereits fünf nach zwölf für die Etablierung von leistungsfähigen Alternativen zum Straßenverkehr.
Der Kärntner Industriepräsident ist irritiert darüber, wie die Diskussion laufe. Offenbar gebe es in Wiener Couloirs immer noch einige Gegner des Projekts. Diese hätten anscheinend noch nicht verstanden, dass Wien mit dem Projekt Zentralbahnhof am meisten von einer Aufwertung der Baltisch Adriatischen Achse profitiere. Petschnig versteht auch nicht, wie man im Falle der Koralmbahn, von der bereits 65 Kilometer fertig oder im Bau seien, wieder eine Trassendiskussion beginnen könne. Das sei entweder Dummheit, oder habe System, ärgert sich Petschnig.
