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[ 01.06.2010 ]

Wir brauchen mehr Flexibilität

Ein Umdenken auf die dramatische Wirtschaftskrise ist gefordert, mein IV-NÖ-Präsident Marihart in seinem aktuellen Leitartikel in den "iv.positionen".

Mehr Wachstum, mehr Arbeitsplätze - die möglichen Antworten auf die dramatischste Wirtschaftskrise erfordern ein Umdenken und nicht unrealistische Schuldzuweisungen. Dass Europas Wirtschaft im internationalen Vergleich weiterhin am schwächsten wächst, sollte uns zu denken geben. Um die aktuell schwierige Lage (Stichwort Staatsverschuldung) bewältigen zu können, benötigen wir neue strukturelle Lösungen. Nur so können wir weiterhin wettbewerbsfähig bleiben und Arbeitsplätze sichern. Wie wichtig dabei das Thema Arbeitszeitflexibilisierung ist, zeigte das große Interesse der Unternehmen beim IV NÖ-Mitgliedertreffen, bei dem über Arbeitszeitmodelle diskutiert wurde.

 

Die unsichere Auftragslage und damit schwierige Planbarkeit setzen den Betrieben immer stärker zu. Dazu kommen - im internationalen Vergleich -  sehr hohe Arbeitskosten. Klar ist: Unternehmer und Mitarbeiter können nur gemeinsam erfolgreich sein. Das heißt aber auch, dass veränderte Rahmenbedingungen nur im Verbund gemeistert werden können. Damit der Wirtschafts- und Industriestandort in Gegenwart und Zukunft wettbewerbsfähig bleiben kann, benötigen wir Modelle, die eine bestmögliche Anpassung der betrieblichen Arbeitszeiten an Nachfrageschwankungen sowie eine Optimierung der Betriebsnutzungszeiten ermöglichen. Mit intelligenten Modellen könnten Auslastungsschwankungen aufgefangen und zugleich Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Die ökonomische Entwicklung des vergangenen Jahres hat deutlich gezeigt, wie sinnvoll ein flexibleres Arbeitszeitmodell sein könnte. Zudem kommt die Arbeitszeitflexibilisierung der Lebenswelt vieler Arbeitnehmer entgegen. Dadurch würden neue Chancen für Ältere und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen.

 

Gerade in der aktuellen Diskussion in der Euro-Zone sehen wir, dass jene Länder mit einer starken und erfolgreichen Industrie im Vorteil sind und gravierende Einbrüche besser verkraften können. Es sollte daher im Interesse aller sein, den Industriestandort weiter zu stärken, um unsere Zukunftschancen zu verbessern. 



DI Johann Marihart, Präsident IV NÖ
DI Johann Marihart, Präsident IV NÖ


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