Konjunkturumfrage der IV OÖ über das 4. Quartal 2011:
Die OÖ. Industrie schöpft wieder Optimismus -IV OÖ-GF Haindl-Grutsch: Erwartungshaltung in den Betrieben ist wieder positiv –Gefahr einer Rezession in der OÖ. Industrie ist derzeit nicht in Sicht – Konsequentes Heilfasten ist zur Gesundung des öffentlichen Sektors erforderlichLießen die letzten Umfragezahlen der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) nur wenig Gutes für das neue Jahr erwarten, so zeichnet die aktuelle Konjunkturerhebung (114 Firmen mit insgesamt 92.189 Beschäftigten) nun wieder ein positiveres Bild. Obwohl die Ist-Werte gegenüber dem Vorquartal erwartungsgemäß gesunken sind, haben sich die zukunftsgerichteten Indikatoren mit Ausnahme der Beschäftigtenzahlen von teils stark negativen Werten wieder in den positiven Bereich gedreht.
„Das Jahr 2012 wird zwar keinen so dynamischen Aufschwung bringen wie die erste Jahreshälfte 2011, die Gefahr einer Rezession besteht in der heimischen Industrie vorerst aber nicht", erklärt IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch: „Das Vertrauen in eine stabile wirtschaftliche Entwicklung ist wieder gestärkt. In den oberösterreichischen Betrieben blickt man mehrheitlich optimistisch in die Zukunft."
Die Konjunkturzahlen im Detail
Laut IV OÖ-Konjunkturumfrage über das 4. Quartal 2011 hat sich die Geschäftslage wie zuletzt angekündigt verschlechtert, die erwartete konjunkturelle Abschwächung ist eingetreten. Gewichtet nach den Mitarbeiterzahlen bewerten nach 56 % im 3. Quartal 2011 aktuell 49 % ihre Geschäftslage mit „gut. Der Prozentsatz der Betriebe mit einer aktuell schlechten Geschäftslage ist von 6 auf 26 % deutlich gestiegen. Der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen befindet sich mit +23 % aber weiterhin klar im Plus. Ähnlich verhält es sich mit den Auftragsbeständen und den Auslandsaufträgen, deren Salden von +47 auf +32 % bzw. von +42 auf +20 % gesunken sind. Bei der derzeitigen Ertragssituation reduzierte sich der Saldo von +35 auf +11 %.
Erfreulich ist, dass die Geschäftslage in 6 Monaten wieder deutlich positiver eingeschätzt wird - statt zuletzt 43 % fürchten nur mehr (wiederum gewichtet nach Mitarbeiterzahlen)
11 % der Betriebe einen eher ungünstigen Verlauf, immerhin 38 % glauben an eine eher günstige Entwicklung. Der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen drehte damit von -33 % auf nunmehr +27 % ins Plus. Bei der Produktionstätigkeit und der Produktionskapazität in 3 Monaten verbesserte er sich von -32 % bzw. -35 % auf jeweils +19 %, bei der Ertragssituation in 6 Monaten von -38 % auf +31 %. Lediglich beim Beschäftigtenstand in 3 Monaten weist der Saldo weiterhin eine Minuszahl auf, er verbesserte sich von zuvor -33 auf nunmehr -14 %.
Robuste Industrie, kranker Staat: Heilfasten alternativlos
Die neuesten Konjunkturdaten lassen den Schluss zu, dass die Unsicherheit, die sich in den letzten Monaten des Jahres 2011 in den oberösterreichischen Betrieben breit gemacht hat, weitestgehend überwunden ist. „Oberösterreichs Industrie steht auf einem stabilen Fundament und zeigt Resilienz", erklärt dazu Haindl-Grutsch: „Von den öffentlichen Haushalten kann das leider nicht behauptet werden!" Angesichts der steigenden Verschuldung von Bund, Land und einem Großteil der Gemeinden bekräftigt der IV OÖ-Geschäftsführer die Forderung nach einer Heilfastenkur für den öffentlichen Sektor. „Oberösterreich wurde wie erwartet von Standard & Poor´s von „AAA" auf „AA+" zurückgestuft. Die Reaktion von Landeshauptmann-Stv. Josef Ackerl sorgt erneut für Kopfschütteln in der Industrie. Die Analyse von S&P zeigt klar auf, dass ohne Umsetzung von strukturellen Reformen eine weitere Herabstufung wahrscheinlich ist. Jetzt erneut darauf hinzuweisen, dass die Politik vom Steuerzahler im Höchststeuerland Österreich zu wenig Geld bekommt, stellt eine völlige Fehlinterpretation der schwierigen finanziellen Situation unseres Landes dar. Eine derartig realitätsferne Politik vertreibt Investoren, vernichtet Arbeitsplätze und führt letztendlich zu Wohlstandverlust für alle. Unzählige Verbesserungs- und Einsparungsvorschläge liegen vor. Jetzt ist die Zeit für Reformen, ein Heilfasten des öffentlichen Sektors durch eine umfassende Verwaltungsreform in Oberösterreich ist unumgänglich", meint Dr. Joachim Haindl-Grutsch abschließend.
Linz, 26. Jänner 2012
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Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / j.grutsch@iv-net.at
