12.07.2010

IV-Konjunkturumfrage zum 2. Quartal 2010

Bessere Geschäftslage in Salzburger Industrie - Erholung flacht gegen Jahresende ab.

IV-Präsident Zrost: Industriekonjunktur in Salzburg zeigt bessere Geschäftslage - Erholung flacht gegen Jahresende ab - Neue Belastungen schädigen Standort

 

Salzburg (IV) „Die Salzburger Industrie ist weiterhin auf dem Weg der Erholung. Die Geschäftslage hat sich auch in diesem Quartal weiter verbessert. Gegen Ende des Jahres erwarten die Industriellen aber eine Abschwächung des Erholungsprozesses. Deshalb ist gerade jetzt die Zeit reif für eine rasche ausgabenseitige Budgetkonsolidierung. Die unüberlegten Forderungen der Arbeitnehmervertreter nach einer neuen Steuervielfalt und Arbeitszeitverkürzung sind ein Konjunkturvernichtungs- und Industrievertreibungsprogramm. Mit solchen klassenkämpferischen und ideologisch gefärbten Forderungen wird der Standort beschädigt, werden Arbeitsplätze vernichtet und der Wohlstand für kommende Generationen gefährdet", warnt IV-Präsident Mag. Rudolf Zrost angesichts der Konjunkturumfrage zum 2. Quartal 2010.

 

Gute Geschäftslage im 2. Quartal 2010
Die aktuelle Geschäftslage wird von den Salzburger Industriebetrieben deutlich besser beurteilt als noch vor drei Monaten. Nur noch 7% bezeichnen sie als schlecht. Ende März tat dies noch fast jeder Vierte. Noch deutlicher ist die Erholung bei der Auftragslage zu erkennen. 37% der Befragten bezeichnen diese als gut. Vor allem die für die Salzburger Industrie so wichtigen Auslandsaufträge werden von 42 Prozent der Befragten als gut eingestuft. Im letzten Quartal lag dieser Wert bei nur 4 Prozent. IV-Salzburg Geschäftsführerin Mag. Irene Schulte warnt jedoch vor Jubelmeldungen angesichts der derzeitigen positiven Lage. „Die Betriebe stehen nach wie vor unter einem enormen Kostendruck. Rohstoffe sind knapp und dementsprechend teuer. Zudem hat sich die Auftragslage noch nicht stabilisiert", so Schulte. Nur knapp jeder Zehnte beurteilt die Ertragssituation derzeit als gut. Im 1. Quartal 2010 sprachen noch 37 Prozent der Betriebe von einer guten Ertragssituation. Positiv zu bemerken ist auch, dass nur 5 Prozent der Betriebe einen fallenden Beschäftigtenstand in drei Monaten erwarten, das ist derselbe Wert wie im 1. Quartal 2010. „Die Anzahl jener, die in den nächsten drei Monaten neue Mitarbeiter einstellen wollen hat sich seit dem 1. Quartal zwar halbiert, drei Viertel gehen aber von einem gleichbleibenden Mitarbeiterstand aus. Angesichts der aktuellen Arbeitslosenzahlen in Salzburg ist hier Stabilität erkennbar", ergänzt Irene Schulte.

 

Abflachung der Erholung befürchtet
Der Erholungsprozess in dem sich die Salzburger Industrie jetzt befindet, dürfte gegen Ende des Jahres generell etwas abflachen. Vor allem in der Fahrzeug- Nahrungsmittel- und Bauindustrie herrscht Skepsis, dort rechnet man nicht mit einer besseren Geschäftslage in sechs Monaten. Nur noch 21 Prozent aller Befragten Unternehmen sehen eine steigende Produktionstätigkeit in drei Monaten. Im Vorquartal waren es noch 56 Prozent. Die Ertragssituation bzw. die Geschäftslage in sechs Monaten wird nur von rund jedem Vierten Industriebetrieb als besser bzw. günstiger eingestuft. Vor drei Monaten glaubte noch rund die Hälfte an eine Verbesserung dieser beiden Faktoren. „In dieser Situation neue Vermögenssteuern und eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn zu fordern, wie es die Arbeitnehmervertreter tun, entbehrt jeglicher Vernunft", kritisiert IV-Präsident Zrost. „Das zarte Pflänzchen der Erholung darf nicht durch die Sommerhitze neuer Belastungen ausgetrocknet werden. Die Industrie will wachsen, man darf sie dabei nicht behindern", mahnt der IV-Präsident. Die Industrie habe während der Krise viele wertvolle Mitarbeiter teilweise entgegen ökonomischer Vernunft gehalten und kämpft auch noch mit Produktivitätseinbrüchen. Die Forderung der Gewerkschaften, dass die Industrie für die Krise noch einmal bezahlen soll sei widersinnig, so Zrost. Weitere Belastungspakete für die Industrie seien Krisenbeschleuniger, warnt der IV-Präsident.

 

Noch kein selbsttragender Aufschwung
„Die Sommermonate werden für die Salzburger Industrie von konjunktureller Erholung geprägt sein, die produktions- und beschäftigungsstabilisierend wirkt", sagt die IV-Geschäftsführerin. Von einem selbsttragenden Aufschwung könne man aber nicht sprechen." Deshalb sind trotz des Ferienbeginns nach wie vor standortpolitisch viele Hausaufgaben zu erledigen", so Schulte. Die Industrie brauche dringend Wachstumsbeschleuniger wie weitere Flexibilisierungsschritte bei der Arbeitszeit. „Der Steuer- und Finanzstandort Österreich darf Nichts an Attraktivität einbüßen", fordert die IV-Geschäftsführerin. „Wir müssen jetzt die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stärken", fordert Schulte.

 

Zur Befragung: Für die Konjunkturumfrage zum 2. Quartal 2010 wurden 34 Unternehmen mit 26.982 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt.


Fotos
Verbesserte Geschäftslage in der Salzburger Industrie
Verbesserte Geschäftslage in der Salzburger Industrie


Weitere Beiträge

Downloads


IV Bund


Schwarzenbergplatz 4
1031 Wien


T. +43 1 711 35-0
F. +43 1 711 35 29 10
E. iv.office@iv-net.at
Twitter

Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie, gestern in ZIB24 zu den Reformverweigerern: http://t.co/0piUydRq
Veit Sorger, Präsident der #Industriellenvereinigung, im "Krone"-Interview zum Sparpaket: http://t.co/R5zTzt5R
Für alle Interessierten, die Bewerbungsfrist für den Staatspreis Unternehmensqualität 2012 endet am 10.Februar. http://t.co/GzBcy66K
Partner

Jugendorganisationen
» Junge Industrie
» Gruppe 1031


Partnerorganisationen
» IV-Schwesterverbände/ IV-Sister­organisations in Europe
» Die Partnerorganisationen der IV


IV-Network
» IV-Network