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Lexikon der Wirtschaft

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KAG

1. Abk. für: Kapitalanlagegesellschaft. 2. Abk. für: Krankenanstaltengesetz (A).

Kalkulatorische Kosten

Kosten, die keine betrieblichen Aufwendungen darstellen und daher nicht in die Finanzbuchhaltung eines Unternehmens eingehen. Sie sind aber ebenfalls als Kostenfaktor zu behandeln.

Kannibalisierung

Substitutionsbeziehung zwischen eigenen Produkten (z. B. bei Autos, elektronischen Medien etc.). Dabei führt eine größere Nachfrage nach Produkt A zu einem Rückgang der Nachfrage bei Produkt B. Produkt A „frisst“ quasi Produkt B.

Kapitalanlagegesellschaft

Unternehmen, das gegen Ausgabe von Investmentzertifikaten das Geld der Anleger nach dem Prinzip der Diversifikation in Wertpapieren veranlagt. Andere Bez.: KAG, Investmentgesellschaft.

Kapitalberichtigung

Aufstocken des Grundkapitals aus dem Gesellschaftsvermögen, d. h. aus eigenen Mitteln. Den bisherigen Aktionären werden, ohne dass diese eine Einzahlung leisten müssen, in einem bestimmten Verhältnis (bisheriges Grundkapital: Kapital durch Auflösen von Rücklagen) zusätzlich Aktien zugeteilt. Die aufgrund der K. den bisherigen Aktionären gewährten Rechte heißen Teilrechte, die Aktien nennt man Gratis- oder Bonusaktien.

Kapitalbilanz

Teil der Zahlungsbilanz. In der K., die in eine Bilanz des kurzfristigen und in eine Bilanz des langfristigen Kapitalverkehrs unterteilt wird, werden alle innerhalb eines Jahres erfolgten Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen in- und ausländischen Wirtschaftssubjekten (inkl. der Geschäftsbanken) erfasst.

Kapitalmarkt

Markt für Angebot und Nachfrage nach langfristigem Kapital.

Kapitalstock

Summe aller an der Herstellung bestimmter Produkte beteiligten Produktionsmittel, wie z. B. Werkzeuge, Maschinen, Grundstücke, Gebäude.

Kapitalverkehrsbilanz

Andere Bez.: Kapitalbilanz.

Kartell

Absprache von Personen und/oder Unternehmen mit dem Ziel, den Wettbewerb zu beschränken oder auszuschalten. Kartellabsprachen betreffen u. a. Preise („Preiskartell“), Verkaufsbedingungen („Konditionenkartell“), Liefergebiete („Gebietskartell“).

Kassakurs

Preis, der für per Kassa (sofort) gehandelte Wertpapiere bezahlt werden muss, im Gegensatz zum Terminkurs bei einem Termingeschäft (zu einem späteren Zeitpunkt).

Kassenobligation

Spezielle Form einer Schuldverschreibung, die von Banken ausgegeben wird.

Käufermarkt

Von einem K. spricht man, wenn das Angebot größer ist als die Nachfrage und daher der Käufer die Bedingungen bestimmen kann, unter denen er zu kaufen bereit ist.

Kaufkraft

Geldmittel, die den Haushalten in einer bestimmten Region aus primären und/oder sekundären Einkommen zur Verfügung stehen.

Kaufkraftparität

Maßstab, um ökonomische Größen verschiedener Währungsgebiete miteinander vergleichen zu können

Kaufpreis

Preis, zu dem Vermögenswerte verkauft werden oder vom Käufer an den Verkäufer abgesetzt werden.

Kernkompetenz

Handlungsfeld eines Unternehmens bzw. einer Organisation, in dem diese gegenüber anderen Organisationen deutliche wirtschaftliche, technische und/oder rechtliche Vorteile aufweist. USP.

Kernzeit

Jene Arbeitszeit, während der alle Arbeitnehmer im Falle von Gleitzeitvereinbarungen anwesend sein müssen.

KEST

Abk. für: Kapitalertragssteuer.

Key Account Manager

Manager, der sich um das Geschäft mit einem oder mehreren Großkunden kümmert, also um die Abnehmer, die den überwiegenden Teil des Umsatzes bringen. Der K. soll ein gewisses Gegengewicht zu der Nachfragemacht der Großkunden bilden und in Abteilungen verstreutes Wissen des Anbieters bündeln.

Keywords

Schlüssel- oder Suchbegriffe für einen bestimmten Bereich oder Sachverhalt.

KGV

Abk. für: Kurs-Gewinn-Verhältnis. Die Relation gibt an, wie oft der Reingewinn pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist.

Kick-off

Erste Veranstaltung bei einem Seminar oder Kongress.

KMU

Abk. für: Kleine und mittlere Unternehmen.

Knowledge Management

Wissensmanagement. Koordination von Informationsvorbereitung, Planung und Kontrolle bei zeitlich befristeten, schwierigen und neuartigen Aufgabenstellungen.

Knowledge Worker

Wissensarbeiter.

Kohärenz

Inhaltlicher Zusammenhang von Zielen, Verfahren und Verhaltensweisen in einer Organisation.

Kohäsion

EU-Welt. Wirtschaftlicher, räumlicher und sozialer Zusammenhalt der Mitgliedstaaten.

Kohäsionsfonds

Alle Maßnahmen, die den Zusammenhalt der EU-Mitgliedstaaten fördern. Deshalb sind Struktur- und Kohäsionsfonds eingerichtet worden, die das Wohlstandsgefälle zwischen den Nord- und den Südländern in der EU ausgleichen sollen.

Kollektivvertrag

Von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen abgeschlossene Vereinbarung über Mindestlöhne, Arbeitsbedingungen, Sozialleistungen etc.

Kommunalanleihe

Von speziellen Banken (z. B. Hypothekenbanken) ausgegebene Schuldverschreibung, deren Erlös überwiegend zur Gewährung von Krediten an Gebietskörperschaften (z. B. Gemeinden) dient. Andere Bez.: Kommunalbrief, Kommunalobligation, Kommunalschuldverschreibung.

Kompatibilität

Vereinbarkeit von Modulen, insbesondere von Hard- und Software.

Kompetenzzentren

Zeitlich befristete Forschungseinrichtungen, die vom Staat gefördert werden. Dienen der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft.

Komplexität

Vielschichtigkeit und Vernetztheit eines Entscheidungsfeldes. K. wird üblicherweise durch die Zahl der Elemente, die Zahl der möglichen Beziehungen zwischen den Elementen und die Verschiedenartigkeit dieser Beziehungen bestimmt.

Kondratjew-Zyklus

Der russische Ökonom Nicolai Kondratjew hat aufgrund umfangreicher statistischer Analysen herausgefunden, dass es lange Wellen der Konjunktur gibt, die zwischen Expansion und Kontraktion eine Länge von ca. 50–60 Jahren aufweisen. Jeder einzelne Zyklus wird durch bestimmte wirtschaftlich-technische Innovationen und bestimmte Branchen geprägt, die von den jeweiligen Innovationen besonders profitieren. Folgt man der Argumentation Kondratjews, so befänden wir uns derzeit im 6. K. mit dem Fokus Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft.

Konjunkturschwankungen

Wirtschaftliche Prozesse verlaufen nicht linear, sondern schwanken – aus verschiedenen Gründen – im Zeitablauf. Wie stark diese Schwankungen sind, kann an gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen (z. B. Produktion, Preise, Einkommen, Beschäftigung etc.) abgelesen werden.

Konkurs

Gerichtliches Verfahren, das bei Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens oder einer Privatperson eingeleitet wird.

Konsensuskonferenz

Konferenzen, bei denen Ärzte darüber beraten, was zu einem bestimmten Zeitpunkt „state of the art“ in der Medizin ist.

Konsortialbanken

Banken, die an einem Konsortium zwecks Wertpapieremission teilnehmen.

Konsultationsmechanismus (A)

Vereinbarung im österreichischen Bundeshaushaltsgesetz, demzufolge die Länder und Gemeinden bei Gesetzesvorhaben des Bundes konsultiert und entstehende Kosten vergütet werden müssen.

Konsum

1. Güter und Dienstleistungen, die von den Konsumenten gekauft werden. 2. Verbrauch und/oder Nutzung von Gütern und Dienstleistungen durch Endverbraucher.

Kontakter

Person in einer Werbeagentur zur Kundenbetreuung.

Kontext

Interpretationszusammenhang in einem Wissensgebiet. Viele ökonomische Begriffe (z. B. Kosten, Liquidität) erlangen erst durch den K. (z. B. Privat – Staat, national – international, Realwirtschaft – Finanzwirtschaft) ihre konkrete Bedeutung.

Kontra-Marketing

Aktivitäten, die darauf abzielen, volkswirtschaftlich unerwünschte, schädliche Produkte oder Leistungen aus dem Markt zu nehmen.

Kontrahierungspolitik

Festlegung von Preis und Konditionen im Rahmen des Marketing Mix.

Kontrakt

1. Vertrag, Geschäftsabschluss. 2. Standardisierte Mengen und Konditionen einer bestimmten Ware. 3. Leistungsvorgabe für operative Einheiten der Verwaltung im New Public Management.

Kontraktgröße

Börsenwelt. Anzahl der Basiswerte, die Gegenstand eines Optionskontraktes sind, z. B. 50 Aktien bei Aktienoptionen.

Kontraktlogistik

Beinhaltet nicht nur den Transport, sondern auch die Lagerhaltung und in gewissen Fällen die Verpackung des Transportgutes.

Kontraktmarketing

Absatz von Produkten und Dienstleistungen auf Basis von Verträgen.

Konvergenz

Allmähliche inhaltliche Übereinstimmung bestimmter Merkmale.

Konvergenzkriterien

Eintrittskriterien, die die Voraussetzung für die Teilnahme eines Landes an der Wirtschafts- und Währungsunion definieren. Andere Bez.: Maastricht-Kriterien.

Konversion

Umwandlung eines Schuldtitels, wobei entweder die Ausstattungsmerkmale (Zinssatz, Tilgung, Laufzeit) oder die Verschuldungsform geändert werden.

Konzern

Zusammenfassung rechtlich selbstständiger Unternehmen unter einer einheitlichen Leitung. Oft erfolgt diese Leitung über eine Holding.

Konzessionsmodell

Vertrag zwischen privaten und öffentlichen Akteuren hinsichtlich Errichtung und Betrieb einer Infrastruktureinrichtung (z. B. Kraftwerk), die nach Ablauf der Vertrags-periode ins Eigentum der öffentlichen Hand übergeht. Andere Bez.: Betreibermodell.

Kooperation

K. liegt vor, wenn Führungsformen, Machtbeziehungen und Arbeitssituationen widerspruchsfrei nach dem Prinzip des Miteinanders gestaltet sind und die Mitglieder der Organisation bestimmte Verhaltenserwartungen (Vertrauen, Akzeptanz, Offenheit) erfüllen und bestimmte Grundwerte (z. B. Zielerreichung, Leistung, soziale Beziehungen) teilen.

Koopkurrenz

Andere Bez.: Cooptition.

Koordination

Abstimmung von Entscheidungen. K. ist z. B. erforderlich, wenn Entscheidungen dezentral auf der Angebots- und/oder der Nachfrageseite getroffen werden. Instrumente der Koordination sind Märkte, Demokratie, Bürokratie, Verbandsentscheidungen, Modell-simulationen etc.

Körperschaftssteuer

Einkommenssteuer von juristischen Personen, insbesondere von Kapitalgesellschaften.

Korporatismus

Staatliche Institutionen treffen gesellschafts- und wirtschaftspolitische Entscheidungen gemeinsam mit anderen Interessengruppen wie z. B. Sozialpartnern.

Korrektur

Börsenwelt. Kurzfristiger Fall von Aktienkursen auf realistische Werte nach ungewöhnlich hohen Kursbewegungen.

Kosten

Werteinsatz zur Leistungserstellung.

Kosten- und Leistungsrechnung

Teilgebiet des internen Rechnungswesens, in dem Kosten und Leistungen erfasst, gespeichert und ausgewertet werden; meist gegliedert in Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung. Wichtigste Zwecke: unternehmerische Grundsatzentscheidungen, Preis- und Absatzpolitik, Produktionsprogrammpolitik, Beschaffungspolitik.

Kosten-Nutzen-Analyse

Abgek.: KNA. Im Unterschied zur herkömmlichen Kosten-Leistungsrechnung ist die KNA nicht perioden-, sondern objekt- bzw. projektbezogen und versucht im Sinne einer erweiterten Erfolgsrechnung auch nichtmonetäre Komponenten zu berücksichtigen. Andere Bez.: Cost Benefit Analysis.

Kostenträger

Betriebliche Leistungseinheiten, denen die verursachten Kosten mit Hilfe der Kostenträgerrechnung zugerechnet werden.

Kostgeschäft

Befristete Übernahme von Vermögensgegenständen (Anleihen, Aktien, Wechsel etc.) durch eine Bank („Pensionsnehmer“), wobei sich der Verkäufer („Pensionsgeber“) oder Dritte verpflichten, diese Gegenstände nach einer bestimmten Frist wieder zurückzukaufen. Andere Bez.: Pensionsgeschäft

Kotierung

1. Feststellung des amtlichen Börsenkurses. 2. Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an der Börse. Andere Bez.: Kursnotierung, Notierung.

Kreditfazilität

Möglichkeit für Geschäftsbanken, eine bestimmte Kreditlinie beim Europäischen System der Zentralbanken bis zum nächsten Geschäftstag in Anspruch zu nehmen.

Kreditinstitute

Bankenwelt. Historischer Begriff. Erinnert an jene Zeiten, als sich Banken noch als Kreditwirtschaft definiert und die Realwirtschaft unterstützt haben.

Krise

K. gehört zu jenen Begriffen, die wie z. B. Liquidität, Wachstum etc. nur in einem bestimmten Kontext eine konkrete Bedeutung erlangen. Im historischen Kontext ist eine K. die stärkste Form von Abschwung in einem traditionellen Konjunkturzyklus. Diesem allgemeinen Wortgebrauch ist eine Begriffsdifferenzierung gewichen, die auf die jeweilige Branche abzielt, in der es zu einer Krise gekommen ist (z. B. Bankenkrise, Krise der Automobilwirtschaft).

Kritische Masse

Mindestgröße eines Produktionsvolumens (erzeugte Stückzahl), einer Organisation, eines Konjunkturprogramms etc.

Kritischer Pfad

Aktivitäten im Rahmen eines Projektes, die den größten Zeitaufwand erfordern und damit die Gesamtdauer eines Projektes bestimmen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Kennziffer in der Aktienanalyse, die sich aus der Division von Kurs durch Gewinn je Aktie errechnet. Andere Bez.: P/E-Ratio(price-to-earnings ratio).

Kurssicherung

Alle Maßnahmen, die Verluste aus einer unerwarteten Veränderung von Wechselkursen für Importeure und Exporteure vermeiden sollen.

Kurzläufer

Anleihen mit kurzer (Rest-) Laufzeit.


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