Lexikon der WirtschaftHier finden Sie alle wichtigen Begriffe der Wirtschaft alphabetisch geordnet.Ihnen fehlt ein bestimmter Wirtschaftsbegriff? Hier können Sie ein Mail an die Redaktion senden. [»] Zum Formular M&AAbk. für: Mergers & Acquisitions.M2MAbk. für : Machine to Machine. Technische Kommunikation zwischen Maschinen.MaastrichtEU-Welt. Stadt in den Niederlanden, in der am 7.2.1992 der Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet wurde. Hier wurden die Beschlüsse der EU-Mitgliedsländer zur Vertiefung der EU, zur Einführung einer Wirtschafts- und Währungsunion sowie zur Erweiterung der EU gefasst.Maastricht-KriterienWirtschaftliche Voraussetzungen, die ein Land erfüllen muss, um an der Wirtschafts-, und Währungsunion teilnehmen zu können. Die Einhaltung der Kriterien wird von der Europäischen Kommission überwacht. Sie erstellt bei Bedarf einen Bericht, aufgrund dessen der Europäische Rat Maßnahmen beschließen kann. Es sind dies folgende Kriterien: 1. Preisniveaustabilität: Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 % über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten liegen. 2. Staatsverschuldung: Die Gesamtverschuldung darf nicht mehr als 60 % des BIP betragen, die jährliche Nettoneuverschuldung darf 3 % des BIP nicht überschreiten. 3. Wechselkurs: Der Wechselkurs der Währung des Beitrittslandes muss in den letzten beiden Jahren vor dem Eintritt in die EWWU gegenüber den anderen EG-Währungen stabil geblieben sein. 4. Langfristige Zinsen: Der langfristige Nominalzins darf den Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder um nicht mehr als 2 % überschreiten.MachbarkeitsstudieGedankliches Experimentieren mit den Faktoren Ressourcen, Zeit und Raum, um die Durchführbarkeit eines Projektes vor Projektbeginn zu überprüfen. Andere Bez.: Feasibility-Studie.Macro HedgeAbsicherung eines Risikos, das nicht auf eine bestimmte Einzelposition bezogen ist.Magisches VieleckBildhafter Vergleich zur Beschreibung des Sachverhaltes, dass es in der praktischen Wirtschaftspolitik äußerst schwierig ist, mehrere Ziele gleichzeitig zu erreichen, da die einzelnen Ziele sich oft gegenseitig ausschließen.Mailbox1. Bezeichnung für ein Postfach bei einem Onlinedienst oder Provider. 2. Oftmals von Privatpersonen betriebener Rechner mit spezieller Software, zu dem man sich entweder gegen eine Gebühr oder kostenlos mittels eines Modems oder ISDN verbinden kann, um mit anderen Anwendern Nachrichten und Daten auszutauschen.MailingWerbesendung per Post.MainframeLeistungsfähiger Großrechner, der als Host dient.MainstreamHerrschende Meinung in einer Wissenschaft, die jedoch nicht von allen Vertretern des betreffenden Faches geteilt wird.Make-or-buy-StrategieEin Unternehmen prüft, ob bestimmte Komponenten, Produkte oder Dienstleistungen selbst hergestellt werden sollen oder ob ein Zukauf von außen erfolgen soll. Fällt die Entscheidung zugunsten der Ausgliederung, so kommt es zu einem Outsourcing.MakroökonomiePerspektive der M. ist die Gestaltung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Beeinflussung des Verhaltens von Unternehmen und Haushalten, um bestimmte makroökonomische Ziele zu erreichen.Managed Care Begriff aus dem Gesundheitswesen der USA. Umfassendes Versorgungskonzept zur Steuerung und Begrenzung von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. Es gibt dabei unterschiedliche Ausprägungen. Einige Systeme sind äußerst restriktiv, andere wiederum sehr liberal.ManagementGestaltung, Lenkung und Entwicklung komplexer gesellschaftlicher Systeme zwecks Transformation von Ressourcen in Nutzen (Fredmund Malik). Transformation.Management-Buy-outAbk.: MBO. Übernahme einer Firma durch das bisherige Management. Die Finanzierung erfolgt meist mit Hilfe von Fremdkapital.ManpowerArbeitskräfte.MargeDifferenz zwischen An- und Verkaufs-kursen/-preisen, Soll- und Habenzinsen, Ober- und Untergrenzen etc.Margin CallAufforderung zur Abdeckung von Verlusten aus offenen Futures-Positionen.Marginaler SwapsatzSwapsatz, bei dem das gewünschte Zuteilungsvolumen mittels Tender erreicht wird.Marginaler ZinssatzZinssatz, bei dem das gewünschte Zuteilungsvolumen mittels Tender erreicht wird.Mark to MarketBankenwelt. Laut IFRS-Rechnungslegungsvorschriften müssen Banken bestimmte Vermögenswerte (z. B. Anleihen) in ihren Bilanzen zu den gerade aktuellen Marktkursen bewerten und nicht zu Anschaffungskosten.MarkeProdukt, das sich durch seinen Bekanntheitsgrad und seine Unverwechselbarkeit auszeichnet. Eine M. tritt in Form einer Bild-, Wort- oder Wort-Bild-Marke in Erscheinung. Andere Bez.: Warenzeichen, Brand, Label.MarkenerweiterungMarkentransfer. Übertragung einer bereits eingeführten Marke auf neue Produkte/Dienstleistungen. Vorteile: geringere Marketingkosten bei Produkteinführung, leichtere Positionierung anhand des bereits vorhandenen Markenimages.Market MakerBanken, die sich verpflichten, in bestimmten Aktien unter Bekanntgabe verbindlicher An- und Verkaufskurse jederzeit zu handeln.MarketingAlle Maßnahmen, die durchgeführt werden, um einem Produkt bessere Chancen auf dem Markt zu eröffnen, z. B. Produktgestaltung, Marktforschung, Werbung, Gestaltung der Absatzwege, Kundenbetreuung.Marketing MixKombination aller marketingpolitischen Instrumente, die dazu dienen, Märkte aktiv zu beeinflussen. Der Mix umfasst 1. Produktpolitik 2. Kontrahierungspolitik 3. Distributionspolitik 4. Kommunikationspolitik.MarktTauschbeziehungen zwischen Anbietern und Nachfragern eines bestimmten Gutes oder einer Dienstleistung, wobei der Tausch zu einem bestimmten Preis abgewickelt wird.MarktanteilAnteil des Absatzvolumens eines Unternehmens am gesamten Marktvolumen in Prozent ausgedrückt.MarktkapitalisierungMarktwert eines Unternehmens, der sich ergibt, wenn man den jeweiligen Börsenkurs zugrunde legt. Den Marktwert erhält man, indem man die Anzahl der Aktien mit dem jeweiligen Kurswert multipliziert.MarktpotentialAufnahmefähigkeit eines Marktes.MasterplanGanzheitlich orientierte politische Strategie. Ein M. enthält alle mit Hilfe von Machbarkeitsstudien überprüften und politisch genehmigten regionalen oder überregionalen Großprojekte. Manche Projekte haben eine solche Größenordnung erreicht, dass eine besondere Koordination der wesentlichen Einflussfaktoren erforderlich ist, nämlich: Folgekosten, Folgelasten, Technologie, Finanzierbarkeit, Zeitpunkt der Umsetzung, Vernetzung und Synergieeffekte mit anderen Großprojekten etc. Dabei wird insbesondere der möglichen gegenseitigen Beeinträchtigung der einzelnen Projekte Beachtung geschenkt.MatchingGegenüberstellung sämtlicher Käufe und Verkäufe auf einem bestimmten Markt.MaterialityM. liegt vor, wenn sich Rechtsvorschriften maßgeblich im Recht eines anderen Staates niederschlagen.MatrixTabelle. Auch Organisationsform.Maximaler VerlustMaximaler Wertrückgang, den ein Fonds während eines bestimmten Zeitraums in den vergangenen drei Jahren erlitten hat. Ein hoher Wert korreliert in der Regel mit hoher Volatilität.MBOAbk. für: Management-Buy-out.McJobsMinderwertige, der Ausbildung nicht entsprechende Arbeitsplätze, z. B.: Absolventen einer Universität verdienen ihren Lebensunterhalt als Taxifahrer oder in der Gastronomie (in Teilzeit).Media-AnalyseAnalyse der Nutzung von Medien und deren Reichweite.MediationVerfahren zur Problemlösung bei Konflikten, bei dem die beteiligten Personen mit Hilfe eines neutralen Mittlers (Mediator) versuchen, durch Verhandlungsprozesse eine konsensuale Konfliktregelung zu erreichen.Mehrwert1. Betriebswirtschaft. Summe der Roherträge, verringert um die Vorleistungen, die zugekauft wurden. Dieser Wert wird bei der Produktion von Gütern in einem Unternehmen geschaffen und schlägt sich im Rechnungswesen quantitativ nieder. 2. Produkte, die – verglichen mit anderen Produkten – qualitative und/oder quantitative Vorteile aufweisen und deshalb gekauft werden. Produkte mit einem gewissen „Extra“.Merchandising1. Vermarktung von sportlichen und kulturellen Großereignissen (Events) auf T-Shirts, Kopfbedeckungen, Biergläsern etc. 2. Verkaufsförderung für Markenprodukte.MergerFusion von Unternehmen. Ein de facto übernommenes Unternehmen verliert seine Rechtspersönlichkeit und wird integriert.Mergers & AcquisitionsAbgek.: M&A. Vermittlung von Unternehmenszusammenschlüssen.Meritorische GüterGüter, bei denen die Nachfrage bei freier Preisbildung zu gering ausfallen würde, weil die Individuen ihren Nutzen nicht richtig einschätzen würden, z. B.: Hochschulbildung, Schluckimpfungen, Theaterbesuche.MezzaninkapitalMischung aus Eigen- und Fremdkapital.Micro FinanceVergabe von Kleinkrediten zu kommerziellen Bedingungen an Kleinunternehmer und Landwirte in Entwicklungsländern.Micro MarketingMarketing, das nicht anonyme Zielgruppen, sondern Individuen anpeilt (z. B. Gäste im Tourismus) und zu diesen eine stärkere Kundenbindung anstrebt.MikroanalyseGenaue Schilderung der Befindlichkeit von Einzelpersonen in einer bestimmten Umgebung, quasi „am Schauplatz“. Die M. bildet die Grundlage für eine Neukonzipierung der Sozialpolitik.Mind MappingMethode zur visuellen Darstellung eines komplexen Projektes. Dabei werden um ein Kernthema die jeweiligen Schlüsselbegriffe (Key Words) netzartig angeordnet und mehr oder weniger logisch untergliedert. Die Methode verknüpft bildhaftes Denken mit analytischem Denken und gelangt bei der Vorbereitung von Konferenzen, Präsentationen etc. zum Einsatz.MindestbietungssatzZählt zu den Leitzinsen der EZB. Niedrigster Zinssatz, zu dem Geschäftspartner bei Hauptrefinanzierungsgeschäften nach dem Zinstenderverfahren Gebote abgeben können.Mindestsicherung (A)Politisch garantiertes Grundeinkommen, das für die Bestreitung des Lebensunterhaltes ausreichen soll.MIPEXAbk. für: Migrant Integration Policy Index. Versucht anhand von 6 Kriterien (Arbeitsrecht, Familienzusammenführung, Aufenthaltsrecht, politische Teilhabe, Einbürgerung, Antidiskriminierung) zu beurteilen, wie günstig oder nachteilig die Politik eines Landes für Migranten aus Nicht-EU-Staaten ist.Mission StatementBeschreibung der langfristigen Ziele, der Aufgabe („Mission“) einer Person oder Organisation, gegenüber der Gesellschaft. Andere Bez.: Leistungsauftrag.MitnahmeeffekteErzielung eines Spekulationsgewinns. Inanspruchnahme von Subventionen bei öffentlich geförderten Projekten.MobbingHandlungen, durch die Arbeitskolleg/inn/en bei der Arbeit gestört werden. Bisweilen geht der ausgeübte Psychoterror so weit, dass sich Mitarbeiter veranlasst sehen, die Firma zu verlassen. Andere Bez.: Bullying.Modal SplitWelt des Verkehrs. Anteil der Beförderungsleistung einzelner Verkehrsmittel am gesamten Verkehrsaufkommen.ModulprinzipEin Projekt wird in Teilbereiche zerlegt. Dabei werden die Teilbereiche und die Schnittstellen zwischen diesen so definiert und abgegrenzt, dass zwischen ihnen Kompatibilität besteht.MOELAbk. für: Mittel- und Osteuropäische Länder.MonitoringWahrnehmung einer Überwachungs- oder Kontrollaufgabe, meist im Zusammenhang mit der Erbringung einer bestimmten Leistung.MonopolMarktform, bei der ein Unternehmen entweder auf der Angebots- oder auf der Nachfrageseite eine beherrschende Stellung innehat.Moral HazardMissbräuchliches Anspruchsverhalten von Personen bzw. Personengruppen. Beispiel 1: Versicherte versuchen gelegentlich, einen Teil der Versicherungsprämie durch Vortäuschung von Schäden wieder hereinzuholen. Beispiel 2: Eine zu hohe Steuerbelastung führt dazu, dass die Steuerpflichtigen versuchen Steuern zu hinterziehen.Moving AverageBörsenwelt. Über einen bestimmten Zeitraum hinweg wird in bestimmten Abständen ein feststehender Betrag für einen bestimmten Basiswert aufgewendet, dadurch wird bei steigenden Kursen weniger und bei tieferen Kursen mehr von einem Basiswert angeschafft.MultilateralismusSystem mehrseitiger, internationaler Handels- und Zahlungsabkommen.MultimediaVerknüpfung unterschiedlichster Medien wie Text, Bild, Ton oder Sprache im Bereich Medien und Internet.Multiple ChoicePrüfungsverfahren, bei der richtige und falsche Antworten zu einem bestimmten Thema vorgelegt werden und der Befragte die jeweils richtige Antwort ankreuzen muss.MultiplesFinanzkennzahlen, die für Unternehmensbewertungen herangezogen werden. Sie ermöglichen Wertvergleiche mit anderen Unternehmen. Meist werden dazu Umsatzzahlen, die nach Branchen differieren, für die schnelle Bewertung eines Unternehmens herangezogen.Multiplikator1. Kennzahl, die angibt, wie stark das Einkommen wächst, wenn bestimmte Größen (z. B. Investitionen, Staatsausgaben) um einen bestimmten Betrag erhöht werden. 2. Meinungsbildner.MultitaskingComputersprache. Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Programme bzw. Aufgaben gleichzeitig zu verarbeiten.Mündelsichere WertpapiereAlle Wertpapiere, die gesetzlich zur Anlage von Mündelgeldern für geeignet erklärt werden.Mystery ShopperPersonen, die – als „Kunden“ getarnt – die Konditionen der Konkurrenz (z. B. bei Banken) erkunden. Häufig auch im eigenen Unternehmen (z. B. bei Hotelketten) angewandt, um zu erkennen, ob und wo es Schwachstellen gibt.![]() [ Gabmeyer ]
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